Elske Rosenfeld – A Vocabulary of Revolutionary Gestures

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Elske Rosenfelds Ausstellungsprojekt “A Vocabulary of Revolutionary Gestures”  bearbeitet filmisch und performativ Sequenzen historischer Ereignisse – 1989, 1968 und 2011/12. Ausgehend von ihrem eigenen Erleben der Ereignisse von 1989 in der DDR untersucht sie in ihren Video- und Performancearbeiten den Körper als Austragungsort und Archiv historischer Erfahrungen.

Im Zentrum der in der Galerie im Turm präsentierten Installation steht das Video „Ein bisschen eine komplexe Situation/A mass is gathering outside“, eine bearbeitete Szene vom ersten Treffen des Zentralen Runden Tischs der DDR am 7.Dezember 1989.

Im Kontext des Gedenkens an 25 Jahre Friedliche Revolution erinnert die Ausstellung an die Monate des Herbstes 1989 und die Arbeit der politischen Opposition im beginnenden Prozess des Findens eigener, originärer demokratischer Praktiken und Ausdrucksformen.

Ein zweiteiliges Ausstellungsprojekt bei Scriptings (Sept. 14) und in der Galerie im Turm (Nov. 14 – Jan. 15).

Veranstaltung am 07.Dez 2014, 19h:

Am 25. Jahrestag des ersten Treffens des Zentralen Runden Tischs der DDR lädt die Galerie im Turm zum Gespräch in das Setting der Ausstellung. Gemeinsam wird an die Erfahrung der Runden Tische erinnert, deren Praktiken und Ziele aus dem kollektiven Erinnern zu fallen drohen, wenn 1989/90 ausschließlich als Mauerfall/Wiedervereinigung erinnert wird.

Aktualisierte Informationen zu Gästen und Programm auf www.galerie-im-turm.net

Eröffnung am Donnerstag, 27.November 2014, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 28. September 2014 – 09. Januar 2015, DI – SO 12 – 19 Uhr

Veranstaltung: Sonntag, 07.Dezember 2014, 19h
Gespräch zum ersten Runden Tisch der DDR

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Galerie im Turm | Frankfurter Tor 1 | 10243 Berlin |
Öffnungszeiten: di – so, 12.00 – 19.00 Uhr

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Materialschlacht: “Design und Krieg”

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Das Verhältnis von Design und Krieg ist unsichtbar. Beide vermeiden eine allzu offensichtliche Beziehung, nutzen jedoch gerne neue und neueste Techniken zur Gestaltung ihrer Welt. Die Aktualität der asymmetrischen Kriegsführung des 21. Jahrhunderts zeigt jedoch, dass Handy und Internet genauso dringend gebraucht werden wie klassische Schusswaffen. Vielleicht muss die gestaltete Webseite einer Terrorgruppe mit seinen Propagandavideos als eine der größten Waffen in der Gegenwart überhaupt gelten. Diesem Themenkomplex widmet sich heute und morgen in Hanover das Symposium Design und Krieg.

Der 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs fällt 2014 mit dem 75. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs zusammen. Das ist Grund genug, sich im Rahmen der Designforschung und ihrer wissenschaftlich benachbarten Disziplinen Fragen nach den Zusammenhängen zwischen Krieg und Gestaltung zu stellen.

Dieser Zusammenhang ist seit grauer Vorzeit unbestritten und vielfältig. Heraklits Fragment, der Krieg sei als Vater aller Dinge anzusehen, lässt sich auch heute noch so interpretieren, dass militärische Auseinandersetzungen stets große Ressourcen in die Entwicklung neuer Materialien und innovativer Anwendungen, in ungewohnte Formgebung und risikofreudige Projekte investierten, die in Friedenszeiten wohl niemals Förderer gefunden hätten. Von der Konservendose bis zur Schuhsohle aus Gummi, von der Fernmeldetechnik bis zur Luftfahrt, vom Geländewagen bis zur Teflonpfanne hat gerade im 20. Jahrhundert der tatsächlich geführte – aber auch nur der drohende – Krieg Herausforderungen an Designer und Gestalter gestellt. Funktionalismus, Kosten- und Materialeffizienz, massenhafte Produktion und simple Handhabbarkeit waren dabei ebenso wichtige Parameter wie die Rücksicht auf nationale Kulturhorizonte und ideologische oder politische Vorgaben. Von der Uniform bis zur Inneneinrichtung der Fahrzeuge, von der Entwicklung neuartiger Kommunikationsmedien bis zur Stromlinienform, vom Propagandamaterial bis zur Dokumentation sind sämtliche Gattungen und Fächer des Design gefragt und betroffen.

Und wie in kaum einem anderen Bereich menschlicher Interaktion wird im Krieg die Kategorie des „social design“ sichtbar: Gutes Design entscheidet womöglich über Leben und Tod des Benutzers. Dabei wird auch deutlich, dass Design nicht nur Diener des Krieges ist, sondern beide auch einiges gemeinsam haben: Design und Krieg sind beide gestaltend tätig, nehmen Einfluss auf das Aussehen und die Wahrnehmung von Materialien und von Landschaften, auf Nationalidentitäten und „Leitkulturen“. Gerade vor 1914 dient das Design wie auch der Krieg als Werkzeug, um auf die Masse einwirken zu können und so den „neuen Menschen“ oder eine „völkische Einheit“ zu gestalten.

Die Organisatoren der Tagung haben 19 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Theorie und Praxis eingeladen, diesen Fragestellungen zu folgen. Konkrete Probleme der Formgebung sollen dabei ebenso diskutiert werden, wie Perspektiven auf die ethische und soziale Verantwortung des Gestalters, materialhistorische Darstellungen sind ebenso gefragt wie aktuelle Forschungen etwa zum Zusammenhang von Mediendesign und Drohneneinsatz. Die Weltkriege dienen als historischer Horizont, sollen aber nicht als bindende Vorgabe für die einzelnen Beiträge verstanden werden.

Das Ziel des Symposiums soll es sein, den Krieg als Motiv zu benutzen, um das Zusammenwirken einzelner Disziplinen der Gestaltung deutlich werden zu lassen. Die theoretische Reflektion, die historische Forschung und die gestalterische Praxis erweisen sich dann – so die Erwartung – als immer schon eng verbundene Teile eines Ganzen, das sich mit dem Begriff Design belegen lässt.

via Martin Scholz und Friedrich Welzien designundkrieg.de

 

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Jeder kann hacken!

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Schrauben lösen, Kabel neu verlegen: Messer, Gabel und Pudelmütze werden zum Input für den Computer. Wie das geht, zeigt das Design Research Lab heute während seines vierten Workshops zum kreativen Umgang mit Elektronik, im Rahmen der CodeWeek. Diesmal im Tieranatomischen Theater Berlin (Lenther Steig 1, 13629 Berlin. 14 bis 17 Uhr).

Ziel ist es, neue Benutzerschnittstellen für den Computer zu entwickeln, indem die TeilnehmerInnen einen Blick “unter die Motorhaube” einer USB-Tastatur werfen. Der Workshop, der sich speziell an Jugendliche im Alter von 13 – 17 Jahren richtet, die Erfahrungen mit Elektrotechnik und Programmierung in Processing sammeln wollen, wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Elektronische Sounds malen

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Mit einem weiteren Workshop beteiligte sich das Design Research Lab Berlin heute aktiv an der CodeWeek. Diesmal: in Rottweil. Zur Diskussion standen Möglichkeiten und Anwendungsgebiete des Codings im Kontext von Sound: Wie kann man mit Hardware, Code und Farbe elektronische Musik machen? Wie lassen sich eigene Controller für selbst generierte Beats gestalten?

In dem Workshop (Leitung: Alexander Müller-Rakow) wurden der Aufbau von interaktiven und sensorbasierten Systemen erklärt, sowie Zugänge zu Open Source und Gestaltungsmöglichkeiten von Soft- und Hardware vermittelt. Dies geschah anhand der praktischen Umsetzung von elektronischen Klangbildern, deren Aufbau aus einem gezeichneten Bild, einem elektronischen Berührungssensor und einer damit verbundenen (Sound-)Software bestand.

Mit einer Kombination aus einer modularen Programmieroberfläche und Elektronik-Komponenten konnten Schüler und Schülerinnen der Konrad-Witz-Schule interaktive Anwendungen mit elektronischen Klängen umsetzen. Der praktische Schwerpunkt lag dabei auf der eigenen Gestaltung und Einbindung von Sensoren zur Erfassung menschlicher Gesten, so dass Klänge durch Bewegungen gesteuert werden konnten. Dabei wurde insbesondere Open Source Hard- und Software wie z.B. Arduino oder das MakeyMakey Toolkit verwendet.

Der Workshop wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Konkrete Utopien: Die analoge Revolution

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Vernetzt und “always on” zu sein gilt als das Lebensgefühl des 21. Jahrhunderts schlechthin. Angesichts eines anwachsenden “Internets der Dinge” wird sich unser Verhältnis zur permanenten Verbundenheit vermutlich in mehr als eine Richtung der Extreme intensivieren.

Im Lichte einer sich konstituierenden “Technatur” führt der Schritt über das Internet möglicherweise zurück zum realen Leben: Eine analoge Revolution! Wenn sich einerseits lebensähnliche Organismen künstlich erzeugen lassen, andererseits die Biomimikry der Technologiegestaltung die Grenzen zwischen Mensch, Tier und Maschine zunehmend verschwimmen lässt; wenn zunehmend neue, lebensähnliche Maschinen entstehen, die in ein weltumspannendes Sensorennetz eingebunden sind, so wirft dies ethische Grundsatzfragen auf. Wem dient das? Wer steuert das Netz der Netze? Oder inwiefern kann ein lebendiges, dezentrales Selbstbewusstsein von Menschheit und Natur entstehen?

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[Christian Schwägerl bei seinem Vortrag und im anschließenden Gespräch mit Michael Knoll (Foto: Tom Bieling)]

Diesen und anderen Fragen widmete sich Wissenschaftsjournalist und Biologe Christian Schwägerl beim heutigen Gespräch mit Michael Knoll, dem Leiter des Büros Berlin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in einer Podiumsdiskussion in der Heinrich-Böll-Stiftung, bei der es darum ging kulturell verankerte oder utopisch projizierbare Grenzen zwischen Technik und Natur zu hinterfragen und neu zu verorten.

Als Mann der Wissenschaft von Hause aus eigentlich mehr an der Science als an der Fiction interessiert, bediente sich Schwagerl dabei der Vermittlung von Szenarien, mit deren Hilfe er anschaulich und fesselnd mitunter drastisch dystopische Pfade erschloss.

Da “Szenarios” im Unterschied zur “Prognose” allerdings zunächst einmal ja nichts anderes bedeuten, als über den Tellerrand des Faktischen hinaus zu blicken, lassen sie immer noch Raum für Hoffnung und Handlungsoptionen, insofern Szenarien eben immer auch Alternativformen beinhalten. Alternativformen, die nicht zuletzt aus  gegenwärtigen, gesellschaftlichen und politischen Umgangsformen mit der Fragestellung resultieren, wie wir mit der Tatsache umgehen wollen, dass Technik zunehmend lebendig wird und Natur mit dem digitalen und artefaktischen verschmilzt.

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 [Aktuell: Christian Schwägerl: “Die analoge Revolution – Wenn Technik lebendig wird und Natur mir dem Internet verschmiltzt” (Riemann, September 2014). Zuvor erschienen: Schwägerl Buch über das Anthropozän “Menschenzeit – Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten” (Riemann) und “11 drohende Kriege – Künftige Konflikte um Technologien, Rohstoffe, Territorien und Nahrung” (C. Bertelsmann)]

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Schrottküche

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[English Version below!]

Welche Roh- und Wertstoffe befinden sich in unseren mobilen Geräten? Unter welchen Produktionsbedingungen sind diese Geräte entstanden? Wie verhält es sich um ihren Lebenszyklus und das Leben nach ihrem Gebrauch?

Im Rahmen der Code Week übt ein Team aus dem Design Research Lab der Berliner Universität der Künste mit Jugendlichen der Initiative „Schlesische 27“ den Umgang mit wertvollen Ressourcen, die im sogenannten Elektroschrott begraben liegen. In diesem Zuge werden beispielsweise aus ausrangierten und kaputten Handies kleine Roboter oder Alarmanlagen gebaut.

Ziel ist es, durch den spielerischen Umgang mit Hardware die Begeisterung für eigenständiges Programmieren und aktives Eingreifen in bekannte Strukturen zu wecken. Einen Grundkurs in Elektrotechnik und nachhaltiger Verwertung gibt´s gleich dazu.

Der zweitätige Workshop wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Er findet in Kooperation mit der Einrichtung „Schlesische 27“ statt – einem internationalen JugendKunst- und Kulturhaus im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche mit Künstlerinnen und Künstlern aus allen Sparten. Zusammen erkunden sie in kreativen Projekten die Welt und stellen das Alltägliche auf den Kopf. Der Kurs findet statt mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Extra3 – Bildungs-manufaktur.

Die Ergebnisse lassen sich anschließend online auf www.schrottkueche.de begutachten.

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How do you turn discarded, old mobile phones into robots or alarm systems? The Design Research Lab of the University of Arts Berlin teaches kids in a playful manner how it is done.

The workshop is funded by the Federal Ministry of Education and Research in the context of the Science Year 2014. It will take place at the ‘Schlesische 27′ in Berlin Kreuzberg over a period of 2 days. It is designed for participants of its youth programme. The group will learn how to handle valuable ressources buried in so-called electronic scrap.

The event aims at a playful experience with hardware and programming. Kids will also learn basics about electrical engineering and sustainability.

‘Schlesische 27′ is an international YouthArt- and Culture institution where children and teenagers meet and work closely with artists from all areas of expertise.

Some impressions will be displayed here afterwards: www.schrottkueche.de


Happening at 
Schlesische Straße 27, 10997 Berlin
From Monday, October 13, 2014 at 09:00 to Tuesday, October 14, 2014 at 15:00

 

Der Workshop wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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Das gute Fressen

Der Trend zu bewusster Ernährung und der bevorzugten Verwendung von regionalen, saisonalen, Bio- oder veganen Lebensmitteln hat sich längst aus den subkulturellen Nischen vergangener Jahre heraus, mitten in den Mainstream urbaner Gesellschaften hinein etabliert. Die bewusste Beschäftigung mit der Herkunft und Produktion der Nahrungsmittel sind zu elementaren Faktoren unseres Konsumverhaltens geworden.

DESIGNABILITIES empfiehlt heute fünf Dokumentationen, die sich diesem Themenkomplex aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern und deren Trailer wir im folgenden kurz zusammengestellt haben.

Die jüngste davon – Food Chains – setzt sich kritisch mit den Hintergründen und systemischen Verzahnungen der industriellen und landwirtschaftlichen Massenproduktion auseinander.

Die Dokumentation Slow Food Story porträtiert die Ursprünge und Auswüchse der gleichnamigen Bewegung, welche ihren Ursprung in der kleinen Stadt Bra im Nordwesten Italiens hatte. Vor 25 Jahren traten die Einwohner dieses kleinen Städtchens den Kampf gegen die großen Fast-Food-Konzerne an und weigerten sich, eine Filiale in ihrer Heimat zu akzeptieren. Nach einem Vierteljahrhundert ist die Bewegung in über 150 Ländern vertreten. Die Mitglieder setzen sich gegen minderwertiges Fast-Food und für den gesunden und bewussten Umgang mit Lebensmitteln ein.

In GMO OMG werden drastische Auswirkungen des Anbaus, Vertriebs und Konsums von genmanipulierter Nahrung beleuchtet.

Still erzählt die Geschichte einer jungen Bäuerin im bayerischen Oberland. Als junge Frau verlässt den Hof der Eltern und geht auf eine Alm in den Bergen. Abgeschieden von der Welt im Tal führt sie ein einfaches, aber freies Leben, gebunden nur an den Rhythmus, den die Tiere auf der Alm ihr vorgeben. Uschi melkt, buttert und macht Käse. Sie ist eins mit sich und den Tieren, für die sie Verantwortung übernommen hat. Eine Dokumentation über ein(en Traum vom) Leben auf der Alm. Voller Widrikeiten, aber eben auch: wider alle äußeren Zwänge.

In ihrer Dokumentation Le Semeur begegnet Julie Perron dem kanadischen Künstler und Samenforscher Patrice Fortier, der sich mit seinen Aktionen für den Erhalt der Pflanzenvielfalt einsetzt und auf seiner Farm insbesondere der Zucht und dem Erhalt vergessener Samen widmet.

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Grenzgänge, Low Tech and Urban Gaming #Unlimited

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After yesterday’s finissage, the Berlin Unlimited Festival ended with a couple of guided and participatory walks through urban and periphal areas in and around Berlin today (“Autobahn’strip”, “Restricted Areas”, “Meeting with Gropiusstadt”). Before Narcelio Grud started his collective “paint-bike” ride trip through the city, Jens Denissen and Léa Donguy invited participants to their Grenzgang project, focusing on suburban spaces. Open to detours and drifting, such walks are an effective tool for a sensitive experience of the contemporary metropolitan fabric.

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[Structures to actions of urban art: Low tech tools such as painting brooms to explore and interact with urban space]

Materials found and created along the way were collected to build a suburban narrative and were conducive to an evolutionary exhibition. Thus, walking on the edges – randwandern – allowed to discover the surrounding territories through bodily immersion. Another perception of metropolitan and cultural limits occured. The form emerging from such walks gives a both mental and physical continuity to highly frequented spaces. This practical yet playful approach is bound to a theoretical one in order to create an embodied knowledge of Berlin’s edges.

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[Urban spaces shape and mold humanity’s collective imagination]

Earlier this week Urban gaming was discussed as an approach to stimulate participatory planning and city making. Different methods such as comprehensive neighbourhood maps were being used as game boards to position contextualized icons and visualize collaborative development strategies. Local stakeholders were divided into teams, competing, negotiating and creating partnerships in order to solve some of the urgent neighbourhood issues, such as reconstruction and activation of the neighbourhoods.

Through engaging material, such as infographics, video material or board games, the public would have the opportunity to learn more about specific city quarters and urban areas and how to disrupt the conventional, top-down approaches of neighbourhood planning by bringing its essence – the design and programming of physical space – back to the actual users.

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Reaktive Voodoo-Puppen

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Im Rahmen der CodeWeek veranstaltet das Design Research Lab heute einen Workshop mit Schülerinnen und Schüler der Oberschule in Frankfurt (Oder). Unter dem Überthema “Smarte Textilien” wird gemeinsam mit leitendem Garn und textilen Sensoren experimentiert, „weiche“ Schaltkreise entwickelt und dabei spielerisch erörtert, wie man interaktive Kleidungsstücke oder textile Gegenstände mit elektronischen Elementen und/oder Mikrocontrollern ausstatten und somit leblosen Objekten „Leben einhauchen” kann.

Worauf wir am meisten gespannt sind: Eine Gruppe entwickelt dabei kleine “Voodoo-Puppen” anhand derer sich Grundlagen der Elektronik und des Programmierens erlernen und veranschaulichen lassen. Der Workshop wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

 

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BERLIN UNLIMITED (Urban Arts Festival)

 

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Probably unlike those of any other city the limits of Berlin have changed and evolved throughout the last hundred years, transforming the urban fabric as well as the way the city is used, inhabited and comprehended.

Only 25 years after the fall of the wall and the end of the “concrete division” (Willy Brandt, 10.11.1989), the city of Berlin continues to undergo processes of re-definition and growth – a complex urban and political negotiation – between the often rapid development of new borders, existing or emerging invisible frontiers and the resulting clash of parallel worlds; between the renewal of its own image as a “creative capital” while simultaneously encouraging corporatism; between romantic fantasies and urban realities.

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By the spatial and political frontier between the world’s two dominant ideologies of the time, Berlin has in these last 25 years been stitching back its halves. Still, if «one divides into two, two doesn’t merge into one». By removing the wall entire neighbourhoods in the former suburbs of former West and East berlin have been transposed onto the present centre of a new Berlin. A unique situation arose where an abundance of otherwise neglected and forgotten spaces were suddenly located at the heart of the new city, available to all kinds of old and new occupants – home-buyers and tenants, residential and commercial developers, companies and investors – pointing to Berlin as the city of newly born ambitions and opportunities. And while this radical regeneration of the inner-city is on its way, progressively filling the gaps and re-appropriating history’s left-overs, the expansion of the greater urban territory stretches Berlin’s self-defining limits. Is a «Great Berlin» replacing the neatly delimited «island» of the past?

By means of art and creative media, architecture and urban design, theory and research, the Berlin Unlimited Festival at ZK/U (Zentrum für Kunst und Urbanistik) aims to explore an interdisciplinary narrative of the city and to cast a critical eye on former limits, today’s limitations and tomorrow’s potential new divisions.

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[Robert K. Huber (Zukunftsgeräusche) about "Material.Message.Action.Value"]

Including an exhibition, a symposium, workshops, film screenings, performances and guided tours, the festival displays the work of local and international artists, architects and researchers, tackling different perspectives of “Limit”, such as “power”, “money”, “body”, “time”, “walls”, “ground” or “disctance”.

During the upcoming week @dsgnblts will keep on reporting from the festival and its various events, which started yesterday (october 3) and goes until the 10th of october. We will talk about artistic, un/realistic, speculative and applied discourses, projects and perspectives about politics, participative planning, law and transgression. About movement(s), physical boundaries and urban isolation. About urban sprawl, suburban conditions, public spaces and their possible uses. About alternative currencies and economy in the neoliberal city, about democracy and how the city works. About limits, chances, dreams and fears. About Berlin….unlimited.

via #berlinunltd

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Brave New World (Lodz Design Festival)

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The 8th Lodz Design Festival, starting tonight, features several projects providing a reinterpretation of the Brave New World motto. Generally asked: Does bold designing entail a promise to change your life for the better? How does it affect the process of building the “Brave New World”? The Festival ends on the 19th of october 2014.
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Telemedizin: Vision oder medizinischer Standard der Zukunft?

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Kein Zweifel: Die Digitalisierung der Medizin wird das Gesundheitssystem verändern. Eine nicht unerhebliche Rolle dürfte in diesem Zusammenhang der Telemedizin zukommen. Insbesondere im Hinblick auf ausdifferenzierte Diagnosetechniken, sekundäre Prävention sowie das heikle Thema Patienteninformation, entfachen sich dabei Hoffnungen und Heilversprechen, aber auch Sorgen um Datensicherheit und Kontrollwahn.

Wie realistisch ist das Zukunftsszenario eines Chirurgen, der von einem Ort der Erde gleichzeitig sieben Operationen per Computer und Internet leitet? Operieren künftig Roboter? Inwiefern kann die Übermittlung von medizinischen Daten zu Blutdruck, Insulinwerten oder Cholesterin vom Patienten zum Arzt die Behandlungsmöglichkeiten verbessern?

Die Entwicklung zukunftsorientierter und bedarfsgerechter Telemedizin-Anwendungen steckt noch in den Kinderschuhen. Welche Möglichkeiten – aber auch Probleme –  durch den Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen können, und was die telemedizinische Vernetzung in Bezug auf Rahmenbedingungen wie Datenhoheit und Haftung bedeutet, wird am 13. Oktober in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in drei Impulsvorträgen und einer Podiumsrunde diskutiert.

Montag, 13. Oktober 2014, 18 Uhr
Telemedizin: Vision oder medizinischer Standard der Zukunft?
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Einstein-Saal
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

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[Programm. Click to enlarge!]

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Macht des Materials – Politik der Materialität

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[Buchpräsentation mit den Herausgeberinnen Kerstin Stakemeier (links) und Susanne Witzgall (rechts)]

Seit einigen Jahren lässt sich in den Künsten und Wissenschaften ein neu gewonnenes Interesse an Materialismen registrieren: Es werden Eigendynamiken und Wirkungsmächte von Materialien, Dingen und Materien postuliert, und neue Akteure in den Beziehungen von Kultur und Natur identifiziert.

Angesichts der tendenziellen Krisenhaftigkeit des Kapitals und vor dem Hintergrund einer zunehmenden Auflösung tradierter Dichotomien (Körper-Geist; Natur-Kultur;…) gewinnen Diskurse um den “New Materialism” und einen “speculative Realism” fortwährend an Fahrt.

In der Berliner Buchhandlung pro qm stellten die Herausgeberinnen Susanne Witzall und Kerstin Stakemeier gestern ihr Buchprojekt »Macht des Materials/Politik der Materialität« vor, in dem sie Positionen zur (nicht nur kapitalistischen) Krise und Materialität in der Kunst, etwa anhand der Bezugsparameter ‘Formwerdung’ und ‘Digitalität’ versammeln.

Mit dabei sind u.a.: Diana Coole (“Der neue Materialismus: Die Ontologie und Politik der Materialisierung”), Tim Ingold (“Eine Ökologie der Materialien”), Colin Renfrew (“Material engagement als kreativer menschlicher Prozess und das kognitive Leben der Dinge”), Sofia Hultén (“Purpose Unknown”), Diedrich Diederichsen (“Ist der Marxismus ein Korrelationismus?”) und Costas Lapavitsas (“Die (Im)Materialität der Ökonomie”).

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Susanne Witzgall, Kerstin Stakemeier (Hg.):
Macht des Materials / Politik der Materialität
Diaphanes, 2014. ISBN 978-3037-3466-55
EUR 30.00

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“Exemplary” Finissage (MAK, Vienna)

It’s been a pleasure to be part of the “Exemplary” exhibition at #MAK Austrian Museum of Applied Arts (Vienna). Last chance to visit it at the Finissage today!

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[Click to enlarge!]

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Die Linke und der Krieg (Ausstellungsfinissage)

Der Erste Weltkrieg bildet eine Zäsur in der Geschichte der Arbeiter/innenbewegung: Die SPD-Fraktion im Reichstag stimmte 1914 den Kriegskrediten zu, 1917 spaltete sich die USPD als pazifistischer Flügel ab, bald entstand daraus die KPD. Bis heute streiten Linke über eine angemessene Position zu Krieg. Was bedeutete und was bedeutet heute die Auseinandersetzung mit Krieg für (linke) Politik in Deutschland?

Die Ausstellung “Menschen gegen den Krieg. Proteste in Berlin 1914/18″ im Berliner August-Bebel-Institut (Wir berichteten!) ging heute mit einer Podiumsdiskussion zu historischen und kontemporären Fragen im friedens- und kriegspolitischen Diskurs zu Ende. Moderiert von Historikerin Gisela Notz  (Herausgeberin von »Krieg tötet Zukunft, Erinnerungen von Lucia Kurlbaum-Beyer«) äußerten sich der Vorsitzende der Berliner Linken Klaus Lederer (“Ich bin nicht zwangsläufig Pazifist, aber Antimilitarist!”), Mark Rackles (stellvertretender Vorsitzender SPD Berlin, Staatssekretär für Bildung), der für den zuvor angekündigten Jan Stöß eingesprungen war und der Historiker Axel Weipert (u.a. »Das Rote Berlin. Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung 1830-1934«) zum Thema.

Gemeinsam erinnerte man an die Anti-Kriegs-Proteste der 1910er Jahre, die Rolle der Frau in der Arbeiterbewegung, an Errungenschaften der Friedensbewegung der 1980er Jahre, und skizzierte schließlich Herausforderungen für aktuelle und künftige friedenspolitischen Bewegungen.

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["Von einer allgemeinen Kriegsbegeisterung vor 1914 kann keine Rede sein" Axel Weipert (rechts) bei der Abschlussdiskussion. Daneben sitzend v.l.n.r.: Klaus Lederer, Mark Rackles und Gisela Notz]

 

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As if…

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… it was a dream, with a rational trajectory.
We don’t need to dream of electric sheep. We can already speculate with precision!

The Bremen based IMMIGRATION OFFICE comes up with an exhibition of contemporary cultural and technological narratives constructed by a set of different ideologies and configurations, tonight. We will get to see a collection of “staged speculations of parallel worlds and made up supposes, maybes, perhapses and probablys in all their possible transfigurations”.

And the announcement goes like this: “Scenarios that break out of the chronology of history and future can provide an embodied possibility for analysing, critically questioning and re-evaluating existing cultural phenomena”.

Opening: 2. October, 20:00 Uhr
Opening Hours: 3 – 5. October, 17:00 – 19:00 Uhr

IMMIGRATION OFFICE
Am Dobben 36
Bremen

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Technik und Protest

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Technik verändert die Gesellschaft und ihr Naturverhältnis. Sie ist Gegenstand und zugleich Ausgangspunkt und Antriebsfeder für Ängste, Konflikte, Hoffnungen und Heilversprechen.

Ob Flughäfen, Stromtrassen, Atommüllendlager, Bahnhöfe oder Bauten zum Hochwasserschutz: Proteste gegen Infrastrukturprojekte haben Konjunktur. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit lösen große Energie- und Verkehrsprojekte Protest aus, vor allem dann, wenn die Planung ohne Zustimmung der im unmittelbaren Umfeld lebenden Bevölkerung und/oder ohne die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards geplant werden.

Im Rahmen einer zweitägigen Konferenz (22./23.9.2014) der Initiative für Protest- und Bewegungsforschung (IPB), dem Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) und der Zentraleinrichtung Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation (ZEWK), wurde an der Berliner TU (Technische Universität) das Verhältnis von Technik und Protest und sozialen Bewegungen und dessen Reflexion in der aktuellen Technikdebatte und Innovationsforschung in den Blick genommen.

Dabei wurden sowohl technische Dimensionen betrachtet, als auch eine Einbettung der Problematik in gesellschaftlichen Praktiken gefordert und vollzogen, was erfeulicherweise immer wieder zu mittelhitzigen Debatten führte. Nicht zuletzt dann, wenn begriffliche Unschärfen drohten, den Diskurs zu verwässern (“Partizipation schön und gut! Aber an was genau ist wie zu partizipieren?”).

Thomas Saretzki (Leuphana Universität) fasste dieses Problem im ersten Panel  mit der Einsicht zusammen, dass nicht nur Technik selbst Konfliktpotenzial in sich birgt, sondern wir es überdies mit “Konfliktefinitionskonflikten” zu tun haben. Ein Problem, das gerade dann fatal zu werden beginnt, wenn diejenigen, die von Technikfolgen betroffenen sind, von Aufklärungs- und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen werden. Monika Bricke (Klima Allianz Deutschland) brachte es auf den Punkt: “An zwei Dritteln der Menschen reden wir vorbei”.

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[Prof. Dr. Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung in seiner Eröffnungsrede]

Kernfragen im Verlauf der Tagung waren daher auch folgende: Wie können für weitreichende technologie- und innovationspolitische Entscheidungen künftig zivilgesellschaftliche Akteure mobilisiert werden, um die Effektivität wie Legitimität solcher Entscheidungen zu steigern? Wie wirkungsvoll ist derzeit die breite Beteiligung und ist die Anerkennung von Protesten nur symbolischer bzw. rhetorischer Natur? Welche Folgen für die Technikentwicklung haben die Interventionen zivilgesellschaftlicher Berater und Kritiker? Inwiefern geraten Bewegungen selbst in den Fokus der (Überwachungs-)Technik?

Beispielhaft wurden dazu vergangene, gegenwärtige und geplante Entwicklungen diskutiert, anhand derer die aktuellen Konstellationen von Technik und Protest auszuleuchten sind. In aufeinanderfolgenden Themenpanels (Techniksoziologie und Innovationsforschung, Risikotechnologien, Energiekonflikte, Entwicklungen im globalen Süden, Big Data und Kontrolle) wurde dabei nicht zuletzt deutlich, dass Technik beides zugleich sein kann: Problemlöser und Problemverursacher. Gleichwohl kann Technik nicht losgelöst von den an ihrer Entstehung und Einbettung beteiligten Akteuren bewertet werden. Allem voran: den Unternehmen, der Wissenschaft und der Politik, aber auch Verwaltung, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft.

“Technik”, so Ralf Fücks (Vorstand der Heinrich Böll Stiftung), “ist nicht neutral, sondern entfaltet selbst eine politische Wirkungsmacht”. Ein Aspekt, der im Rahmen der Poster-Session am ersten Konferenztag mit einem DESIGNABILITIES / Design Research Lab Projekt aufgegriffen werden konnte. Anhand der “LormHand” wurden Blickwinkel in Bezug auf barrierefreie Zugänge zu Information und Gesellschaft geschärft, das Prinzip Technik als Empowerment diskutiert, und schließlich Inklusion als Ausgangspunkt für technische und soziale Innovation erhoben.

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[Technik, Inklusion und Empowerment am Beispiel der LormHand]

 

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Forms of Distancing – Repräsentative Politik und die Politik der Repräsentation

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Welche Rolle spielen mediale Inszenierungen bei der Steuerung demokratischer Meinungs- und Aushandlungsprozesse? Wie wird Öffentlichkeit von der Politik manipuliert?

Die von Stefano Collicelli Cagol und Luigi Fassi kuratierte herbst-Ausstellung „Forms of Distancing“ untersucht, wie sich irreführende politische Strategien auf Alltags- und Arbeitswelten auswirken, und welche alternativen Formen von Gemeinschaftsleben sich daraus ableiten lassen.

Das Thema “Distanz” scheint in jüngster Vergangenheit Konjunktur in verschiedenen zeitgenössischen Annäherungsweisen künstlerischer Auseinandersetzung zu haben. Angesiedelt im Spannungsfeld zwischen der Analyse von Repräsentationspolitiken und ihrer formalen Inszenierung wird in „Forms of Distancing“ das Konzept der Repräsentation in seiner künstlerischen wie politischen Ausformung beleuchtet.

Zu sehen in der herbst-Ausstellung vom 27.09. bis zum 23.11. im Festivalzentrum Graz. Eröffnung am Sa 27.09 um 18.00 Uhr.

via Steirischer Herbst

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Signatur des Digitalen

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Der Umgang mit den digitalen Tools verändert nicht nur unsere Art zu denken, zu kommunizieren und zu produzieren, sondern verändert auch unsere Erwartungen an die Benutzung und die Materialität der physischen Welt. Doch wie so oft gilt auch hier: Nicht alles, was gestaltet wird und technisch umsetzbar ist, ist langfristig wirklich hilfreich und sinnvoll.

Das Symposium Signatur des Digitalen wirft einen Blick durch die Designerbrille auf Anwendungsfelder, Innovationspotenziale, neue Industriezweige und konkrete Produkte. Eingerahmt von Vorträgen und Podiumsdiskussionen steht der gesellschaftliche Umgang mit diesen neuen Quantitäten und Qualitäten von technischen Möglichkeiten im Fokus.

Keynote: Signatur des Digitalen
Prof. Dennis Paul der Hochschulen für Künste in Bremen und Berlin
An den interaktiven, prozesshaften und veränderlichen Eigenschaften zwischen Design und Technik arbeitet Prof. Dennis Paul, die er kurz die „Signatur des Digitalen“ nennt.

Designabilities and Wearable Computing
Tom Bieling, Doktorand am Design Research Lab, 
UdK Berlin
Auf soziale und politische Dimensionen von Design in Bezug auf Interaktion, Inklusion und Innovation konzentriert sich der Design-Forscher und Autor Tom Bieling.

Generative Gestaltung
Benedikt Groß, Designer und Autor 
Um die Faszination der Beziehungen zwischen den Menschen, ihre Daten, Technologie und Umwelt beschäftigt sich die Projekte von Benedikt Groß, Co-autor des Buches Generative Gestaltung – das Buch auf dem Gebiet der Computational Design.

Smarthome
Dipl.-Ing. Albert Schuster
 General Manager, Werner Sobek Design GmbH, Stuttgart
Verantwortlich für Entwurf, Generalplanung, Interface-Entwicklung und dem Nachhaltigkeitskonzept des Forschungsprojektes Aktivhaus B10 in Stuttgart ist Dipl. Ing. Albert Schuster. Er wird das Projekt und die Designlösungen vorstellen.

DutchDesignDesk
Marc Maurer, Architekt
Mit dem Ziel sich 2014 auf Deutschland, den größten Geschäftspartner der Niederlande zu konzentrieren, präsentiert Marc Maurer mit internationalen Erfahrungen in der Kreativwirtschaft (Design, Fashion, Architektur und neue Medien) das Dutch Design Desk Europe (DDDE).

 

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Akademie der Asozialität

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["Teilen heißt jetzt share. Gefällt mir nicht!"]

Christiane Kühl kuratiert beim Steirischen Herbst die “Akademie der Asozialität”, in deren Rahmen sich Künstler, Historiker und Soziologen mit erzwungener Teilhabe auseinandersetzen.

Der Begriff und die Praxis des Teilens werden heutzutage maßgeblich durch die digitale Vernetzung geprägt. In seiner virtuellen Verbundenheit mit der Welt ist der Mensch fortwährend und in zunehmendem Maße dazu angehalten zu teilen. Und sich mitzuteilen. Mitzuteilen, was ihm wichtig erscheint und zugleich definiert. Emphatisch teilt er Persönliches und Peinlichkeiten, Informationen und Meinungen, Gebrauchtwaren, Songs, Filme, Autos, Wohnungen und jüngst sogar Muttermilch über soziale Plattformen.

Teilen ist der Imperativ seiner Zeit – von Creative Commons über Social Media zur Shareconomy. Wer wenig teilt, verliert an Status. Wer gar nie teilt, macht sich verdächtig.

Dabei sind es nicht nur der soziale Druck und geleakte Enthüllungen, die diese schöne neue Welt der Teilhabe fragwürdig erscheinen lassen: Den Arbeitsbedingungen zur Herstellung unseres elektronischen Werkzeugs sind wir lieber nicht ausgesetzt. Und am Profit, der sich mit der Ausbeutung von Minenarbeitern im Kongo erzielen lässt, sind wir stille Teilhaber. Da erscheinen die Zukunftstechnologien plötzlich in einem altbekannten Licht. Teilen immer gerne, es sei denn, man hat etwas dabei zu verlieren.

Die Berliner Journalistin und Theatermacherin Christiane Kühl kuratiert eine zweitägige Konferenz, die “Akademie der Asozialität”. Die “Akademie” hinterfragt und erprobt Strategien der Ab-Teilung – in einer Konferenz mit Vorträgen, Diskussionen und Expeditionen. Frei nach Bartlebys „I would prefer not to“ ermuntert sie zum Rücktritt von aller nicht gewählten Teilhaberschaft. Zum Ausstieg aus einem Gefüge, das so wenig durchschaubar ist wie Facebooks Geschäftsbedingungen.

Auch wenn zunächst offen bleibt, wohin der Weg eines kategorischen „Lieber nicht“ führen kann. Ihn zu erkunden, ist den Versuch wert!

Volkskundemuseum Graz.
Konferenz 11.-12. 10., 11.00-19.00.
Expeditionen 11. 10., 15.00-17.00.
Eintritt frei

via Steirischer Herbst

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Code Week (Opening)

CodeWeek

Im Rahmen der Code Week (11.-17. Oktober) sollen Mädchen und Jungen spielerisch an die Welt des Programmierens herangeführt und bestehende Coding-Initiativen in ganz Europa sichtbar gemacht werden. Deutschland nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an der Initiative der Europäischen Kommission teil.

Als digitale Botschaftern hat sich Prof. Dr. Gesche Joost, die auch zur Eröffnung sprechen wird, zur Aufgabe gemacht, der Code Week im Wissenschaftsjahr 2014 in Deutschland Starthilfe zu leisten. Die jungen TeilnehmerInnen erwartet eine Woche voller Workshops, Hackathons und Infoveranstaltungen. Jede/r kann mitmachen!

EU Code Week 2014 (11.–17. Oktober)
Im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 – Die digitale Gesellschaft.

Eröffnung
Freitag, 10. Oktober 2014 um 19 Uhr
im Tieranatomischen Theater, Philippstraße 12/13, 10115 Berlin

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New Narratives – Design im digitalen Zeitalter

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Die Digitalisierung hat nahezu jeden Bereich des Lebens erfasst. Wir mailen, kaufen online, chatten, liken und informieren uns im Netz. Auch Design und Gestaltung sind von diesen Veränderungen nicht ausgenommen. Neue Technologien bringen neue gestalterische Herausforderungen mit sich. Die Ausstellung “new narratives – design im digitalen zeitalter” von Hessen Design im Designhaus Darmstadt zeigt wie innovativ Designer mit den neuen Technologien umgehen und wie sie das Digitale zu nutzen wissen. Unterteilt in die Abschnitte Rapid Prototyping/ 3D Druck, Wearable Electronics, Augmented Reality und Internet of Things/ Internet der Dinge werden beispielgebende Projekte aus den Sparten Produkt-, Kommunikations- und Interfacedesign präsentiert.

New Narratives – neue Erzählungen – entstehen dort, wo Gestaltung und Technologie aufeinandertreffen und etwas noch nicht da gewesenes entsteht. Diese Erzählungen sind in der Ausstellung zu sehen. Mit dabei: ein Projekt aus dem Designabilities und Design Research Lab Kontext.

Zur Vernissage am 12. September sprachen Cornelia Dollacker (Hessen Design), Prof. Dr. Ralph Stengler von der h_da Hochschule Darmstadt und Cornelia Zuschke, Bau- und Verkehrsdezernentin der Stadt Darmstadt. Die Keynote hielt der Kulturreferent der Stadt Darmstadt, Prof. Dr. Ludger Hünnekens. Schirmherr der Ausstellung ist Tarek Al-Wazir, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober.

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Ordnungspolitik und Möglichkeitsräume

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Die global zunehmende Reglementieurng von Leben im öffentlichen Raum – etwa durch Raumbeschneidung, Verbotspolitik oder gesellschaftliche Exklusionstendenzen – ist Gegenstand der Ausstellung “Offene Stadt” im Grazmuseum in Kooperation mit der Akademie Graz und dem Institut für Kulturanthropologie der KFU Graz.

Die Ausstellung, die als “Plädoyer für eine Stadtkultur des Offenseins, der Gastfreundschaft und der Menschenrechte” verstanden werden will, dokumentiert diese Entwicklungen, ausgehend von der optimistischen Perspektive der Offenen Stadt.

Zur Eröffnung am 1.10.2014 (19 Uhr) sprechen: Stadträtin Lisa Rücker, Astrid Kury (Akademie Graz), Johanna Rolshoven (Universität Graz) und Sibylle Dienesch (Graz Museum).

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„… macht aber viel Arbeit.“ (Tagung)

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In der Auseinandersetzung mit den Künsten stehen gemeinhin die Ästhetik der Werke und die Kreativität der Produktionsprozesse im Vordergrund. Dass Kunst darüber hinaus, wie Karl Valentin es treffend auf den Punkt gebracht hat, viel Arbeit macht, bleibt zumeist unberücksichtigt. Dabei stehen die vermeintlich polaren Bereiche – zumal in der Gegenwart – in einem so engen Wechselverhältnis, dass es notwendig wird, ihre Differenzen, Interdependenzen und Hybriditäten neu zu bestimmen.

Das Graduiertenkolleg „Wissen der Künste“ veranstaltet von Do, 9. Oktober bis Sa, 11. Oktober 2014 im Berliner Medienhaus (Grunewaldstraße 2-5, Aula, UdK) eine Tagung zum Themengeflecht Kunst – Wissen – Arbeit. Gefragt werden soll darin nach der Verschränkung künstlerischer Disziplinen mit spezifischen Arbeitsfeldern, nach Abhängigkeiten der Kunst von bestimmten Techniken des Hervorbringens, Gestaltens und Produzierens, sowie nach eigenen (und anderen) Vorstellungen von Arbeit.

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Inklusion und Innovation

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“Verschiedenheit zur Normalität werden lassen”. “Teilhabe zur Selbstverständlichkeit erheben”. So klar die Wünsche und Forderungen der jüngsten Debatten rund um Inklusionsthematik auch formuliert sind, so deutlich wird auch, dass es gerade in Unternehmen vielfach an erprobten Konzepten mangelt und Träger sich häufig überfordert fordert fühlen.

Der diesjährige IT-Strategietag “Sozialwirtschaft 2014” in Bonn fand heute somit unter dem Leitthema Inklusion statt und wandte sich dabei konkret an Führungskräfte aus Unternehmen der Sozialwirtschaft.

In einer Reihe an Vorträgen u.a. von Gabriele Moos (RheinAhrCampus), Günther Wienberg
(Bethel), dem Kabarettisten und Theologen Rainer Schmidt, Stefan Juchems
(Stiftung Wohlfahrtspflege NRW) oder Tom Bieling
(DESIGNABILITIES) wurden Best Practice Beispiele, politische Implikationen und Handlungsspielräume vorgestellt und diskutiert.

Dabei wurde auch dies deutlich: Das Ziel einer inklusiven Gesellschaft benötigt und ermöglicht ganz neue Geschäftsmodelle und Konzepte, zumal in den Unternehmen der Sozialwirtschaft. Innovation ist somit unabdingbar mit Inklusion verbunden.

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“Die digitale Arbeitswelt gestalten!”

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“Die digitale Arbeitswelt gestalten!”

Unter diesem Motto findet heute die 6. Engineering- und IT-Tagung der Hans-Böckler-Stiftung in Kooperation mit der IG Metall in Rüsselsheim statt.

Im Fokus stehen dabei auch Themen wie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung als Voraussetzung dafür, Gesellschaft demokratisch und selbstbewusst gestalten zu können. „Führt die Digitalisierung zu mehr oder weniger individueller Freiheit?“, „Ist alles, was technisch möglich ist, auch gesellschaftlich sinnvoll?“ Diese und weitere Fragen werden hier diskutiert und mit praktischen Beispielen veranschaulicht.

Das Design Research Lab ist mit dabei.

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EU Code Week 2014 – Mitmachen!

Die EU ruft vom 11. – 17. Oktober 2014 Kinder und Jugendliche in ganz Europa zum Programmieren auf. Mitmachen erwünscht!

Programmcodes steuern unsere digitale Welt und damit unser tägliches Leben. Wer ihre Sprache spricht, kann unsere Zukunft aktiv, individuell und kreativ mitgestalten. Daher ist Coding so wichtig. Mädchen und Jungen sollen während der EU Code Week spielerisch an die Welt der Technik herangeführt werden. Zentrale Stichwörter hierbei: Lernen und Spass!

Das Team des Design Research Labs der Universität der Künste Berlin, koordiniert unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Gesche Joost die Code Week Initiativen in Deutschland.

Ihr wollt dabei sein? Hier steht, wie’s geht:

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Disability Representation and the political Dimension of Art.

Tobin Siebers (University of Michigan) and Tom Bieling (Berlin University of the Arts) thoroughly explore the interconnections between disability, theory, aesthetics, artistic practice, as well as its political dimensions. The discussed elements help in setting the framework to a number of adjacent fields including gender-, diversity- and critical race studies, queer theory or cultural studies. 

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[Tom Bieling:]
In your work you illustrate the crucial roles that the disabled mind and disabled body have played in the evolution of modern aesthetics, unveiling disability as a unique resource discovered by modern art and then embraced by it as a defining concept. A concept that seeks to emphasize the presence of disability in the tradition of aesthetic representation. I know it might be difficult, but could you shortly summarize your core theses especially in the two books “Disability Theory” and “Disability Aesthetics”?

[Tobin Siebers:] Disability Theory and Disability Aesthetics represent two sides of the same argument. The first book is an extended correction of the social model and other theories important to disability studies, and the second book focuses on the disability as an aesthetic value in itself.

Disability Theory corrects the social model (social constructionism) as an argument that 1) limits the political possibilities of people with disabilities and other minorities, 2) refuses to allow that disabled identity possesses verifiable knowledge about the world, and 3) discounts the disabled body, limiting the importance of its appearance and feelings. Although both books are theoretical, Disability Theory makes a concerted effort to think theoretically about many of the major issues in disability studies, sometimes using the help of contemporary theories about culture, language, and art, at other times demonstrating how these contemporary theories fall short because they are incomplete without an understanding of disability. My goal was to stake out a position between the medical and social model by calling for a return to the disabled body, but not in a medical sense. I argue that disability identity has epistemological value, and I posit a theory of “complex embodiment” as a way of understanding that the disabled body and its environment are mutually transformative. My strongest focus on complex embodiment occurs in the chapters on the sexual culture of people with disabilities.

Disability Aesthetics focuses entirely on disability as a body (an aesthetic appearance) that makes other bodies feel. This is my baseline definition of the aesthetic. As a new embodiment, disability provides a major source for new aesthetic forms and emotions crucial to the creation and appreciation of art. Disability Aesthetics names disability as beautiful–in fact as the aesthetic object that makes modern art possible. The book is, I think, the most significant focus to date on disabled embodiment. Here it is not a matter of defining disability with respect to a disabling environment. There are no signs of medicalization, except for those that are disrupted by disability. The focus is on disability as itself. The appearance of disability is chaotic, beautiful, enigmatic—a force that changes the history of art and our perception of the world. Disability is a aesthetic value in itself.

In your work on „Disability Aesthetics“ you describe the attempt to theorize the representation of disability in visual culture and (not only modern) art. You claim, that “the modern in art is perceived as disability, and that disability is evolving into an aesthetic value in itself”. Does this relate to what you said in your article (“What Disability Studies can learn from the Culture Wars”, 1993, or in your Book “Zerbrochene Schönheit” 2009), where you identified the goal “…to establish disability as a significant value in itself worthy for future development”? Would you like to further describe this value, and how it could be developed in future?

In the culture wars, conservative political figures confronted only a few examples of disability aesthetics, and the result was a stand-off. If a few works of art inspired by disability could have such a great impact, imagine what would happen if the number of disability artworks in exhibitions were far greater, if disability artworks were accepted as public art, for example, as Alison Lapper Pregnant was.

The more artwork incorporates disability, the greater the chance we have to change the body politic. But disability aesthetics does not have to be limited to works of art, only to paintings and sculptures. It can also play a significant role in design. The goal is to design a society in which the buildings, household objects, automobiles, tools, computers, jewelry, furniture—all these things and more not only accommodate the disabled body but also reflect the aesthetic values of disability.

You stated that the essential arguments at the heart of the American culture wars in the late twentieth century involved the rejection of disability both by targeting certain artworks as “sick” and by characterizing these artworks as representative of a „sick culture“. Do you see a tendency or approach for a counter concept or opposing model, either in western or in any other culture?

First, this question gives me great hope for the future because from the point of view of disability aesthetics there is no more important problem. How do we change the prevailing attitude that sees human difference as deviance rather than variation?

We are living in two cultures of beauty. The first is a eugenic culture, one that wants to cure or eliminate any person who deviates from the norm. In the West, blond hair, blue eyes, slim waist, and tall height define perfection according to the eugenic norm. In the East, the definition of human perfection is different, but eugenics still stands behind it. The result is an incredibly static vision of what human beauty is.

The second culture of beauty is an aesthetic culture in which beauty is not defined by eugenics. In fact, beauty is disconnected from the human body. As I am fond of saying, Picasso’s Les desmoiselles d’Avignon is beautiful, but if I forced my daughter to use cosmetic surgery to imitate that beauty, I would be rightfully locked in jail. Disconnecting aesthetic beauty from human beauty is a crucial step in freeing ourselves from eugenic culture. It helps us to understand that using aesthetics to determine whether a culture or person is sick represents a misuse of aesthetics and a return to eugenics. Rather, the experience of aesthetic beauty, which is based on variation and difference and not uniformity and stasis, represents a break with eugenic culture. Only when we are capable of recognizing disability in artworks and declaring it beautiful at the same time, will we be making progress against eugenic thought. Then it will no longer make sense to call an artwork “sick.”

Does this relate to “Good Art embodies Disability”? What do you mean by that? And is this related to e.g. the techniques and tendencies of Dada and Expressionism to deform the body or somehow determined norms?

Dada and Expressionism are good examples of artistic movements that deform the human shape to challenge norms. But challenging norms was not the only goal of these movements. They wanted to create new forms of beauty, and they did.

When I stated that “Good art embodies disability,” I meant to do two things. First, I wanted to shake up how people think about art and disability. The statement alone challenges people to question themselves: “If I reject this statement, why do I reject it? Do I think that the presence of disability ruins art? Or do I think that only kitsch embodies disability?”

Second, I was inventing a new proverb for the age of disability aesthetics. We have entered a new era, I argue, where the modern in art is recognized as disability. Good art embodies disability for this reason, and as long as we remain in this era, as long as disability represents an aesthetic value, we will know good art in relation to disability. By the way, I am not speaking exclusively of representational art. Disability aesthetics is active as well in nonrepresentational art. It may not be as obvious to beholders. It may require spending time with the art work. But the pay-off is a new way of looking at nonrepresentational art, one that expands the story of how art creates meaning.

If real beauty – meaning a beauty not in line with popular market conditions – has a connection to „disabled bodies“, then art could guide us towards a (currently utopian) society that is based on inclusion rather than exclusion, accessability instead of barriers, diversity instead of “normality” or monotony. Now, if everything or everybody is equally integrated into the realm of beauty, how would you replace the understandings of beauty / ugly?

What I say is that the beauty dependent on the human body is eugenic, and, yes, the market drives these ideas, although the market also drives aspects of aesthetic beauty as well. (How to free ourselves from the market is an important issue, but it is beyond our scope here.) What you call “real beauty”—a term I would not use—or what I call “aesthetic beauty” embodies disability in the modern era, because disability provides new resources for art makers. I think that it is an important leap to “see” disability in art as beautiful, because disability has never been seen in that way. In effect, then, modern art embraces radically different conceptions of beauty, and this is no small thing. It creates different art, and it has the possibility of changing the body politic.

I want to see more and more disability in art; even more I want to see public art guided by disability aesthetics. However, I do not believe that art will lead to utopia. In fact, I am a bit nervous about the concept of utopia. I do believe in social transformation, in inclusion rather than exclusion, in diversity rather than normality. The disability community has the ability to drive social transformation, and it depends in my opinion on at least two factors, as I try to explain in Disability Theory. First, disabled people have emerged as knowledge producers; they are not merely the objects of medical research. This new knowledge of society frees people with disabilities from oppressive stereotypes because they understand that it provides a better explanation than existing ideas of their social location. The justifications for the oppression of disabled people no longer hold water, and once they realize this fact, they begin to gather together to fight oppression and to transform their society into one that will not only accommodate them but accept their contributions as valuable. Second, I believe that identity politics and political action groups hold the key to leading disabled people to full citizenship. But the political transformation of society by disabled people is at early stages. We hope to follow in the footsteps of other successful minority groups such as women and gays and lesbians. In the U.S., the Americans with Disabilities Act (1990 and 2008) has advanced the civil rights of disabled people, but we have a very long way to go before we are full and equal citizens. Other countries are making their way forward with similar legislation, but they all use, as far as I know, political action to advance their goals. Disabled people have to hit the streets.

You mentioned*, that „Aesthetics opens us to more expansive and diverse conceptions of the human, and disability has become a powerful tool for rethinking human appearance, intelligence, behavior, and creativity“. Could you give us an „instruction manual“, how to use this tool?

Fortunately, there is no instruction manual for any form of legitimate aesthetics. There is just no recipe for making art. When people start making rules about what art should be, art disappears and tyranny begins.

Disability is an aesthetic resource discovered by modern artists, and it diversifies our conception of the human. First, the inclusion of physical disability in art changes both how bodies appear and their specific appearances. The commitment to conceive of human beings as other than healthy is obvious in the preference for figural deformation in modern painting and sculpture. Second, mental disability has a great impact on modern art. Modern writers are identifiable as “modern” by their use of disability to create distinctive narrative styles. For example, would Faulkner’s The Sound and the Fury be nearly as affecting if it were written without using Benjy Compson’s voice? Or consider the impact of Baudelaire’s distracted flâneur, Proust’s use of involuntary memory, or Joyce’s stream of consciousness. What would modern literature be without them? Disability aesthetics multiplies the varieties of the human, including representations of what human beings think and feel.

In your “Contact Zones” Keynote** you talked about “Disability, Pain, and the Politics of Minority Identity”, exploring the use of disability as a prop to denigrate the politics of minority identity. Could you please elaborate!

My talk is the third and final piece of my on-going argument about the representation of pain on the contemporary political scene. I offer a counterargument to the pervasive belief that pain disables the ability of minority people to participate in politics.  As long as minority identities are thought disabled, there is little hope for the political and social equality of either persons with these identities or disabled people, for there will always be one last justification for inferior treatment. There will always be the possibility of proving the inferiority of any given human being at any given moment as long as inferiority is tied to physical and mental difference. Moreover, the idea that pain in itself leads to inferior identities, ones given to greater self-recrimination or frequent victimizing of others, relies on a fallacious psychology prejudiced inherently against disability. These arguments fail when we realize that the lack of political fitness ascribed to minority people depends on an analogy to disabled people and on the false belief that disabled people are biologically inferior.

 

Tobin Siebers is V. L. Parrington Collegiate Professor of  English and Art & Design at the University of Michigan. He is the author of thirteen books, including ‚Disability Theory’ (Michigan 2008) and ‚Disability Aesthetics’ (Michigan, 2010).

Tom Bieling is a visiting professor in Applied Sciences and Art at the German University in Cairo and a PhD candidate at Berlin University of the Arts. He is author of the book ‘Gender Puppets’ (Lit, 2008) and Co-Founder of the Design Research Network.

 

This text has previously been published in: Baltic Horizons, No 21 (118), II. Social, ethical and political Aspects of Research in Design; October 2013, EuroAcademy Series Art & Design, Euroakadeemia, Tallinn, Estonia; pg 45 – 48

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MENSCH, MASCHINE! Wie barrierefrei ist die digitale Gesellschaft?

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Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen fühlen sich bisweilen von der digitalen Welt ausgegrenzt. Nicht immer wird die Technik ihren Bedürfnissen gerecht oder sie ist unpraktikabel oder unnötig kompliziert. Gleichwohl gibt es auch Unterstützungstechnologien, mit deren Hilfe sich behinderungs- und altersbezogene Nachteile adressieren oder ‘ausgleichen’ lassen: Lesehilfen, Spezialtastaturen oder virtuelle Assistenzsysteme. In solchen Fällen erleichtern Maschinen Menschen, die mit Benachteiligungen konfrontiert sind, das Leben ungemein.

Doch werden solche Helfer überhaupt akzeptiert? Was bedeuten virtuelle Assistenzsysteme für den Alltag? Warum finden technische Assistenzsysteme bisher noch so selten Anwendung bei Menschen mit Behinderung? Können Avatare von Menschen mit Behinderungen lernen? Und: Wie barrierefrei ist das Internet wirklich?

Im Rahmen der Diskussionsplattform und Veranstaltungsreihe “Wissenschaft kontrovers” treffen mit Prof. Dr. Stefan Kopp Diplom-Gerontologin Melissa Henne am 15.08.2014 (18 Uhr) in Bielefeld zwei Experten aufeinander. Kopp vom Exzellenzcluster CITEC der Universität Bielefeld als Fachmann für kognitive Interaktionstechnologie. Und Henne als Vertreterin der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, wo sie in der Stabsstelle für Unternehmensentwicklung aktiv ist.

via Wissenschaft kontrovers

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Stadt selber machen (Book Review, german)

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Urban Farming, Guerrilla Gardening, selbstgebaute Stadtmöbel, Um- und Zwischennutzung von städtischen Brachen: Seit einigen Jahren wachsen sowohl die Begeisterung von BürgerInnen und privaten Initiativen für urbane Intervention, als auch das Bewusstsein von Seiten der öffentlichen Hand gegenüber den Vorzügen solcher Impulse.

Ebenso zeigt sich, dass räumliche Aneignung nicht zwangsläufig mit halb- bis illegalen Nacht- und Nebel-Aktionen assoziiert sein muss. Gleichwohl ist die Triebfeder zumeist dieselbe: Es geht um die sozialräumliche (Rück-)Eroberung städtischen Raumes durch seine Bewohner, und die Erschließung neuer Möglichkeitsräume. Vorzugsweise im Einklang mit der Natur.

In „Stadt selber machen“ kompiliert Laura Bruns acht Projekte aus Zürich, Hamburg und Berlin, als Beispiele für einen spielerischen, eigen-initiierten und anwendungsorientierten Umgang mit urbanem Raum.

Egal ob langfristige oder vorrübergehende Um- und Ausgestaltung städtischen Raums: Stets umweht die Projekte der Charme des Provisorischen, des Informellen und Selbstgeschaffenen. „Nicht warten, bis die Stadt irgendwann in zehn Jahren anfängt, etwas zu bauen“. Einfach (selber) machen! Selbst gestalten. Und selbst verwalten.

Transparenz und Nutzungsfreundlichkeit stehen dabei im Vordergrund, so dass bei kluger Umsetzung auch die Kommunen und Ämter mitspielen. „Eine Bank im öffentlichen Raum zu bauen ist nicht erlaubt. Wenn sie aber von vielen genutzt wird und allen etwas bringt, so wird sie meist bleiben.“

Eine wichtige Grundvoraussetzung für die Entwicklungsmöglichkeiten sozial verträglichen Raumes ist der Miteinbezug lokaler Akteure. Ihr Wissen, ihre individuellen Bedürfnisse und Interessen können als Basis für realitätsnahe, alltags- und bedürfnisrelevante und nicht zuletzt unkomplizierte Konzepte dienen, die aufgrund ihrer offenen Entwicklungs- und Nutzungs-Strukturen Raum für Begegnung und Austausch schaffen.

Eines wird bei alledem deutlich: Wenngleich auch der Ausgangspunkt für Stadtaneignung, etwa durch die Schaffung von Aufenthalts-, Erholungs-, Spiel-, oder Freizeitsport-Möglichkeiten nicht zwangsläufig politisch motiviert sein muss, so geht, wie von jeder selbstbestimmten Aktion, eine Wirkung von ihnen aus, die in ihrem Urverständnis politisch ist.

Untertitelt als „Handbuch“ bietet sich die Lektüre als kurzer, aber knackiger Ratgeber für diejenigen an, die auch mal „Stadt selber machen“ möchten. Juristische Tipps und Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten inklusive.

Tom Bieling, Mai 2014

 

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Laura Bruns:
Stadt selber machen. Ein Handbuch. Jovis, 2014, 144 S., 

ISBN: 978-3868593259

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Policital Interventions (Book Review, german)

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Wann immer soziale Protestbewegungen ihr Formenrepertoire erweitern, verschieben sich auch die Grenzen von politischem Aktionismus und Kunst. Historische Beispiele finden sich etwa im Kontext der Arbeiterbewegung der 1920er, der Friedens-, Frauen-, Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen der 1960er, oder der Öko-Bewegung der 1980er Jahre.

Angesichts einer fortwährenden Digitalisierung, die sich nicht nur auf ökonomische Verhältnisse und soziales Verhalten auswirkt, durchläuft auch die Kunst eine Umgestaltung und Neuausrichtung ihres kritischen Potenzials.

Durch ihre bisweilen offene semantische Struktur, zumal im Angesicht vielfältiger, globalisierter und unverzüglicher Kommunikationsbedingungen, beschränkt sich die Rolle der Kunst dabei längst nicht mehr auf das Erzeugen von Gegennarrativen.

Vielmehr offenbaren sich ihr – und durch sie – unmittelbare Verknüpfungspotenziale politischer und künstlerischer Sachverhalte: Kunst als engagierter Gegenpol der Politik zur Entlarvung von Machtsystemen. Kunst als Politik. Politik als Kunst.

Die Ausgestaltung politischer Kunst ist dabei freilich immer auch Gegenstand, gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse, die sich im digital-analogen Spannungsfeld mitunter blitzartig verlagern, überlagern und reformieren ­– was wiederum strategische Handlungsräume für Gesellschafts- und Herrschaftskritik schafft.

Wie Kunst, nicht nur als ästhetisches Konzept, in öffentliche Meinungsbildung intervenieren und maßgebliche Gegenkonzepte erfahrbar und plausibel machen, und somit realpolitisch relevant werden kann, ist Gegenstand des Buches „Political Interventions“*.

Eingefasst von Textbeiträgen (u.a. Mercedes Bunz, Dieter Daniels, Stefan Heidenreich, Dominik Landwehr) nimmt das Werk der Schweizer Medienkünstler Christoph Wachter und Mathias Jud darin eine zentrale Rolle ein, deren Arbeiten im Kosmos aus investigativem und sozialem Engagement, politischem Aktivismus und Aktionismus, und zivilem Ungehorsam als exemplarisch für einen Ansatz politisch motivierter Kunst gelten kann, die gleichermaßen an der Schaffung symbolischer Funktionen, wie an der Umsetzung lebensweltlicher Bezüge interessiert ist.

Sei es mit ihrem Projekt ‘Zone*Interdite’, in dem die sie öffentlich zugängliche Bilder von militärischen Sperrzonen sammeln und zu einer Kartografie der Unterdrückung kompilieren. Sei es mit ihrer dreidimensionalen Guantanamo-Rekonstruktion. Oder mit ihrer Open Source Software qual.net zur Errichtung autonomer Netze. Stets schwingt ein Verständnis über die politische Dimension der Dinge mit, und die Erkenntnis darüber, dass diese manchmal erst im veränderten Zustand ihrer Beschaffenheit für uns greifbar wird.

Im Bewusstsein des politischen Wirkungskreises unserer digitalen Artefakte verdeutlicht sich auch deren gesellschaftliche Relevanz, die spätestens durch ihren Gebrauch oder auch durch ihre (Un-)Zugänglichkeit über Strukturen und Formatierungen sozialer Prozesse und Belange mit entscheidet, zu denen auch die Frage von Inklusion oder Exklusion zählt.

Die Erkundung der Formen und Möglichkeiten politischer Intervention, und die Frage inwieweit Kunst im digitalen Zeitalter Einfluss auf Politik nehmen kann, ist somit schwer von einem moralischen Werteverständnis zu trennen, welches der Mitgestaltung von Gesellschaft zu Grunde liegt.

Und genau hieran verdeutlicht sich auch ein sich verschiebender Kunstbegriff, dessen Erscheinungsform Heidenreich als „nach-ästhetisch“ bezeichnet: In dem Moment wo Kunstwerke auch als Tools genutzt werden (können), die zur Entschlüsselung oder der Durchdringung der digitalen Welt mitsamt ihren Vor- und Nachzügen dienen, erhalten auch Nutzende Gelegenheit, „Paradigmen, die diesen Instrumenten zugrunde liegen, zu hinterfragen und neu zu formulieren“ (Boris Magrini).

Die Möglichkeit zur praktischen Umgestaltung wird dadurch mindestens gleichbedeutend mit der ursprünglichen Kritik an bestehenden Verhältnissen. Bestandaufnahmen sozio-technischer Sachverhalte, politische Intervention und theoretische Reflexion darüber, werden zu äquivalenten Bestimmungsorten der Kunst, und deren iterative Verknüpfung Teil der Strategie.

Tom Bieling, April 2014

 

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* Migros-Kulturprozent / Dominik Landwehr (Hg.): Political Interventions
Edition Digital Culture 1 / Christoph Merian Verlag, 2014, 244 S.,
ISBN: 978-3-85616-609-0

 

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Accelerate, Empower and Represent!

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Accelerate!
The accelerationist reader

Armen Avanessian & Robin Mackay (Ed.)

The term Accelerationism, describes a contemporary political heresy, which is the insistence that the only radical political response to capitalism is not to protest, disrupt, critique, or détourne it, but to accelerate and exacerbate its uprooting, alienating, decoding, abstractive tendencies. From Marx to cyberculture, from rave and acid house to underground culture this book discusses a range of examples of accelerationism.

Urbanomic, 2014, ISBN 9780957529557 | EUR 19,90

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Empower!
The Political Economy and Political Ecology of Urban Form
Ed. by Marc Angélil & Rainer Hehl

With their third Volume of Essays on the Policital Economy of Urban Form (after Vol.1 “Informalize!” and “Collectivize!” Vol.2), Marc Angélil and Rainer Hehl collected projects that address contemporary power relations and their effects on urban and natural landscapes in the age of the Anthropocene, a nascent geological epoch defined by human activity. Covering geopolitics in the Amazon, infrastructural subtraction in Ecuador, circulatory urbanism in Mumbai, and urban development on Brazil’s frontier, this edited publication explores urban transformations through the added lens of political ecology, in order to better understand the political, economic, and social factors of humanity’s profound effects on the biosphere.

Ruby, 2014, ISBN 978-3-944074-08-5 | EUR 12

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They Can’t Represent Us!
Reinventing Democracy from Greece to Occupy

by Dario Azzellini and Marina Sitrin

Dario Azzellini and Marina Sitrin compiled different views on how the new global movements are putting forward a radical conception of democracy. And on how international, global and regional mass protest movements share an agenda—to raise the question of what democracy should mean. Recent movements, including Occupy, put forward the idea that liberal democracy is not democratic, nor was it ever. Together they exercise and claim participatory democracy as the ground of revolutionary social change today.

Verso, 2014, ISBN 9781781682371 | EUR 13.50

 

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Design as Radical Labour (Interview with Tom Bieling)

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NewPractice (Issue One) on ‘Design as Radical Labour’ includes an interview with Tom Bieling about social, cultural and political dimensions of Design.
Find the entire interview here!

 

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Mensch Raum Maschine – Bühnenexperimente am Bauhaus (Book Review)

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Dass es im Bauhaus als Hochschule für Gestaltung nicht ausschließlich um den alltagsrelevanten, ganzheitlichen Gestaltungsansatz ging, zeigt bis zum 21. April die Dessauer Ausstellung »Mensch Raum Maschine – Bühnenexperimente am Bauhaus«.

Begleitend dazu skizziert der von den Kuratoren Torsten Blume und Christian Hiller kompilierte, gleichnamige Katalog*, die 1921 von Walter Gropius gegründete Bühnenwerkstatt – im Unterschied zu den anderen Bauhaus Werkstätten – als ebenso experimentelle, wie kritisch und visionäre Brutstätte der freien Kunst. Und lässt zugleich erahnen, wie unweit diese bisweilen dennoch von der lebensweltlichen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen entfernt liegt.

Als man sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit zunehmend technisierten, zugleich Besorgnis erregenden und verführerischen Lebensräumen konfrontiert sah, fungierten Orte wie die Bühnenwerkstatt als solche, in der das Verhältnis von Mensch und Technik neu erforscht und erprobt werden konnte, und in denen es „um nichts weniger ging, als den Entwurf des neuen Menschen“ (Philipp Oswalt)

Auf der Suche nach einem neuartigen, sinnbehafteten Verhältnis zu einer sich fortwährend dynamisierenden, technisch animierten Umwelt, und einem reziproken Mensch-Technik-Verhältnis, gingen die zentralen Protagonisten Lothar Schreyer, Oskar Schlemmer und László Moholoy-Nagy dabei grundlegenden Fragen der Mechanisierung, Maschinisierung und Rationalisierung nach.

Auf eine Weise, in der die Logik und Rhythmik des Maschinenzeitalters ebenso widerspiegelt wie hinterfragt wurde, entstand dabei eine Reihe von technoid-menschlichen Doppelgängern. So zum Beispiel die skulpturalen, biomechanischen Kostüme aus Schlemmers Triadischem Ballett, in denen die Protagonisten, beinah wie eine Art Vorgriff auf spätere Roboterbilder, auf befremdlich-vertraute Weise entindividualisiert androgyn erschienen: Grenzfiguren zwischen Natur und Artefakt. Gleichsam als Technikkritik zu verstehen, im Erkenntnisinteresse jedoch auch als Bewegungsstudien für neue Maschinenkörper dienend.

Nach zahlreichen beachtenswerten Studien und Publikationen zum vorrangig gestalterisch-architektonischen Vermächtnis des Bauhauses, widmen sich Ausstellung und Katalog mit einem Spektrum aus Fotografien und Skizzen, Modellen und Apparaturen, historischen, programmatischen Texten und aktuellen Reflektionen, nun erstmalig seinem ‚flüchtigen’, performativen Nachlass: den Experimenten und Konzepten der Bauhausbühne.

Tom Bieling, April 2014

 

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* Torsten Blume, Christian Hiller (Hg.):
Mensch Raum Maschine – Bühnenexperimente am Bauhaus
Spector Books, 2014, 264 S., ISBN 978-3-944669-21-2; 36 EUR

 

 

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CinemAbility (Documentary Trailer, 2013)


The US-documentary “CinemAbility” examines the ever-changing portrayals of disability story lines in film, TV and the web to see if the media has had a hand in transforming the societal inclusion of people with disabilities. It takes a detailed look at the evolution of “disability” in entertainment by going behind the scenes to interview Filmmakers, Studio Executives, Film Historians, and Celebrities, and by utilizing vivid clips from Hollywood’s most beloved motion pictures and television programs to focus attention on the powerful impact that entertainment and the media can have on society.

 

 

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ART’S HOME IS MY KASSEL (german Trailer)


“Engagierte Mitarbeiter und unzählige Helfer, neugierige Schaulustige und um Verständnis bemühte Besucher, »weltgewandte Begleiter« und weitgereiste Kunstgäste: In Kassel treffen sie 2012 alle auf die Documenta – Weltkunstschau mit höchster internationaler Aufmerksamkeit und Heimat in Nordhessen. Katrin und Susanne Heinz betrachten aus den Blickwinkeln der Kasseler die temporäre, aber auch invasionäre Totalveränderung ihrer Heimatstadt, denn das Spektakel prägt in diesem Sommer sowohl das Stadtbild als auch das Lebensgefühl.

»Arts Home is my Kassel« folgt der Documenta über die Vorbereitungen Anfang 2012, durch das gesamte »Museum der 100 Tage« bis zu den Abbrucharbeiten – wie eine filmische Lustwandelei: Er ist keine Wiedergabe offizieller Deutungsansätze, er will keine umfassende Berichterstattung sein.

Der Film vermittelt Kunst und Event allein durch seine Protagonisten: eine Taxifahrerin, eine Studentin, Künstler, ein Schreiner, interessierte Kasseler Bürger und ein Architekt vermitteln einen verständlichen, praktischen und intuitiven Zugang zu den Arbeiten und der Kunstwelt. »Arts Home is my Kassel« hebt die Kunst der Documenta als etwas Lebendiges, Berührbares von einem falschen Sockel und verstärkt die Kunstfähigkeit eines jeden Neugierigen.”

via arts-home-is-my-kassel

 

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Katherine Runswick ‘Approaching Disabilty’

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Pride Parade (Berlin 2014)

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“Freaks and Cripples,
Lunatics and Gimps,
Deaf, Crazy, Blind or just ordinarily weird people
- come out into the streets again, because we own it!
We were many, we will be more!”

Put barriers in the museum, it’s time to break out of our boxes, be who you want to be, not who they say you are!  Kiss madness awake, love crooked legs and spasms, desire crutches and catheters. We unsettle und seduce and we are louder than the norm. Roll, limp and grope your way to Hermannplatz, July 12th at 3pm.

Party with us at the behindert und verrückt feiern Disability & Mad Pride Parade 2014 in Berlin.

via www.pride-parade.de

 

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CROP (Documentary Trailer)

CROP is an experimental documentary co-directed by Johanna Domke (DE) and Marouan Omara (EG). The film reflects upon the impact of images in the Egyptian Revolution in 2011 and puts it in relation to the image politics of Egypt´s leaders. Instead of showing footage from the revolution, the film is shot entirely in the power domain of images – Egypt´s oldest and most influential state newspaper Al Ahram. Throughout the building – from the top-level executive office towards the smallest worker – we follow the story of a photo-journalist, that missed the revolution due to a hospital stay. After resuming his work in the newspaper, his life seems not quite the same. His voice gives a personal reflection to the media ploys of the old regime, and the documentary inspires to think about the power of images.

 

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wild, connected, printed & additional THINGS

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The relationships between people and things, objects and other objects have in recent years been discussed by science and arts in highly diverse and controversial ways.

The links between things and people as well as other things are the focus of an exhibition of the courses Communication in Social and Economic Contexts and Industrial Design at the Berlin University of the Arts, which is on view at designtransfer in the context of the Berlin Design Week/DMY International Design Festival 2014.

Where do the self-will and self-logic of things begin? Once they break, resist or connect with each other? The projects by the students of Communication in Social and Economic Contexts investigate such questions of appropriation and experience of things. From prostheses to interfaces to grave goods, the students explore different objects and object-relations and reflect them in individual exhibition formats such as movies, magazines and installations.

Exclusively for for this exhibition, Anja Mück & Luisa Bergander developed the Magazine “Seelenblindheit”, which includes a 12-page Interview with Tom Bieling

Opening: Tuesday, 27 May 2014, 6pm

Exhibition: 28 May to 20 July 2014, Tue-Fri
Tuesday–Friday: 10am – 6pm
Berlin University of the Arts Tour Weekend (19–20 July), 10am – 6 pm
Foyer, UdK Berlin, Einsteinufer 43

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Cinema of Transgression

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In den 1980er Jahren schließen sich im New Yorker East Village Künstlerinnen und Künstler zusammen, unter ihnen Nick ZeddLydia Lunch, John Waters und Richard Kern, die radikal aufbegehren: gegen den guten Geschmack, gegen den saturierten Kunstbetrieb, gegen ein bequem gewordenes Avantgardekino.

In den filmischen Auswüchsen dieses Protests dominieren Blut, Sex, sinnlose Gewalt, entstellte Körper, Leichenschändung und Blasphemie.  Aber auch humoristische Angriffe auf das bürgerliche Wohlbefinden.

Das UT Connewitz (Leipzig) zeigt eine Auswahl an maßgebenden Cinema of Transgression-Kurzfilmen u.a. von Nick Zedd, Richard Kern und Tessa Hughes-Freeland, sowie cineastische Verstöße und Überschreitungen aus früheren Phasen des amerikanischen Experimentalfilms u.a. Kenneth Angers masochistische Vergewaltigungsphantasie „Fireworks“ und Jack Smiths Dragperformance „The Yellow Sequence“.

Am Freitag, 04. April 2014 um 22 Uhr im UT Connewitz (Filmvorführung, 16mm/digital)

 

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Die Mobilisierung des Körpers (Conference Report)

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“Die Technik rückt dem Menschen auf den Pelz”. Christoph Asmuth wählte ein eindringliches Bild als Eröffnungs-Statement für das Symposium „Die Mobilisierung des Körpers“ am Dresdner Hygienemuseum. Rund 50 Teilnehmende waren gekommen, um sich an zwei Tagen über vergangene, gegenwärtige, zukünftige, über begehrenswerte oder unerwünschte Techniken auszutauschen, die dem menschlichen Körper wiedererlangbare, erweiterte oder gar neue Fähigkeiten verleihen, und von denen viele im weiteren oder engeren Sinne als Prothesen gelten.

Unterschiedliche Dimensionen rund um den “Menschen als Schnittstelle” standen dabei im Fokus. Die Vielfalt der Themen erstreckte sich von der Geschichtlichkeit der Prothese (Thomas Schnalke), über popkulturelle Aspekte und solche der medialen Inszenierung von körperlicher Behinderung und technischen Artefakten (Sabine Kienitz), bis hin zur Inklusion des Posthumanen (Georg Seeßlen & Markus Metz), sowie künstlerischen Aneignungen des Prothesenmotivs als kritische Kommentare auf Körperobjektivierungen und postindustrielle Technisierungsschübe (Karin Harrasser).

Die Berührungspunkte zwischen Mensch und Prothese variieren stets in einem wabernden Kosmos zwischen Gebrauchsding, symbolischem Objekt, kritischer Vision oder Bildmetapher. Ein Motivkomplex, den Roland Innerhofer als “Ort der Verarbeitung kultureller, medialer und technikgeschichtlicher Umbrüche wie der Austragung sozialer Konflikte” beschreibt.

Der Frage nachgehend, wie denn eigentlich der “Vorzeigeinvalide” des 21. Jahrhunderts aussieht, deckte Sabine Kienitz einerseits eine große Bandbreite der Visualisierung von Versehrtheit auf, stellte jedoch auch fest, dass diese immer noch sehr stark an dualistische Vorstellungen des 20. Jahrhunderts angelegt ist: Der versehrte Mensch entweder als Opfer oder als Held.

Die Prothese die laut Karin Harrasser einen Verlust ebenso markiert wie maskiert, dient jedoch längst nicht mehr ausschließlich der Kompensation sondern auch der Extension. Wurden Artefakte früher an den Körper angebaut (Exoprothesen), so können sie heute zunehmend eingebaut werden (Endoprothesen). In Zeiten, in denen sich Schönheit zunehmend auch als ein Aspekt der Gesundheit etabliert, werden Prothesen dabei nicht nur auf den Aspekt des Substituierens reduziert, sondern dienen zunehmend auch einer auf Makellosigkeit ausgerichteten Optimierungstechnik (Epithesen).

Begriffliche Dimensionen der Prothetik werden in diesem Themenkomplex schnell dehnbar. So zeigte Thomas Schnalke: Auch eine Narbe, als Funktionsersatzgewebe, ist im Grunde nichts anderes als eine (in dem Fall vom menschlichen Körper selbst produzierte) Prothese. Der Hauptfokus des Symposiums lag jedoch klar auf den künstlich erzeugten, steuer- oder modifizierbaren Körperteilen: den Anthropofakten.

Doch wo fängt die Körper-Ding-Synthese an? Wo hört sie auf? Wie Irmela Krüger-Fürhoff darzulegen vermochte, werden Ersatzglieder, Neuroimplantate oder Organtransplantate „in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich voneinander unterschieden, weil sie verschiedene Vorstellungen von ‘Natürlichkeit’ und ‘Künstlichkeit’ bzw. ‘Technizität’ sowie von körperlicher Integration, aktiver Steuerbarkeit und Sichtbarkeit aufrufen“.

Anschaulich rekonstruierten somit einige der Vorträge wie biologische und technische ‘Ersatzteile’ kulturell entworfen werden, und wie sowohl die Verletzlichkeit des menschlichen Leibes, als auch seine Aufgeschlossenheit gegenüber technischer Modifizierbarkeit ästhetisch, kritisch und konstruktiv in Literatur, Kunst, Film, Museumssammlungen, in der Werbung oder den Massenmedien verhandelt werden. Und welche Vorstellungen von (Im)perfektion, also von Vollkommenheit und Optimierbarkeit dem eigentlich zu Grunde liegen.

Georg Seeßlen und Markus Metz rückten dabei zweierlei ins Zentrum des Interesses: Die Machbarkeit und die Vorstellbarkeit: „Die Machbarkeit des Menschen 2.0, des prothetisch, chemisch und digital ‚verbesserten’ Übermenschen wird in den teils offenen, teils nicht ganz so offenen Wissenschaftszentren und nicht zuletzt an den Knotenpunkten des militärisch-wissenschaftlich-ökonomischen Komplexes erprobt. Die Vorstellbarkeit dagegen in den Bilder- und Erzählmaschinen der populären Kultur. In einer visuellen und medialen Kultur wie der unseren orientiert man sich mehr denn je an der Vorstellbarkeit, denn diese bestimmt nicht zuletzt darüber, ob eine der vielen Maßnahmen der technischen und medizinischen Menschenverbesserungen eine Marktchance bietet oder nicht“.

Unabhängig davon habe jedoch Stanislav Lems Einsicht zu gelten, dass alles, was sich technisch machen und vorstellen lässt, auch gemacht wird. Was das in Bezug auf Asmuths Pelz-Metapher bedeutet, ist eine der zentralen Fragen hinsichtlich der zukünftigen Mensch-Maschine Konfigurationen, in deren Zuge auch zu klären sein wird, ab welchem Punkt „das Humane im Menschen zerfällt“. Und umgekehrt stellt sich auch die Frage nach der Technik. Nicht nur in Bezug auf die „Gefahr, die sie für unser Selbst- und Körperbild bedeutet, indem sie den Menschen technisiert, sondern auch danach, inwieweit sich die Technik tatsächlich vermenschlichen lässt“ (Asmuth).

Kein Zweifel: Die Gestaltung unser Lebenswelt bis hinein in die Verzweigungen soziotechnischer Systeme bestimmt in bemerkenswerter Weise die Evolution des Menschen als Mängelwesen hin zum Cyborg. Zumal dann, wenn uns die Technik nicht nur auf den Pelz rückt, sondern unter die Haut geht.

Tom Bieling, März 2014

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[v.l.n.r.: Roland Innerhofer, Tatjana Noemi Tömmel und Irmela Marei Krüger-Fürhoff im Panel "Helden, Krüppel, Übermenschen - Prothetik in der Literatur"]

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Ivan Illich: A brief Introduction

Since many of his thoughts and works are still very present in our discourses, we would like to share a brief introduction with some background information about Ivan Illich, we found online:

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Design for War and Peace (Conference)

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2014, the centenary of the outbreak of the First World War, is an apposite moment in which to reflect upon the relationship of design and craft to conflict. Objects and sites designed for war and peace offer a vibrant nexus of case studies and debates through which to examine the place of conflict in our collective memory.

The conference sessions focus principally on conflicts from the First World War to the present day and reflect the interdisciplinarity of design history’s explorations of a wide range of objects, places and intellectual traditions across a diverse geography of theatres of conflict. The cross-fertilization of war and peace studies, which have often been segregated, is an important aspect of the conference.

2014, the centenary of the outbreak of the First World War will be an apposite moment in which to reflect upon the relationship of design and craft to conflict This conference seeks to bring together researchers from the many disciplines within design history to develop methodological approaches and explorations of a wider range of objects; a more diverse geography of theatres of conflicts and temporality, juxtaposing the often segregated methodologies war and peace studies.

Department for Continuing Education, University of Oxford Thursday 4 to Saturday 6 September 2014 Rewley House, 1 Wellington Square, Oxford OX1 2JA

www.conted.ox.ac.uk/events/warpeace.php

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Fachtag: Barriere? frei!

“Unsere Tagungsbroschüre ist leider nicht barrierefrei”. Mit diesen Worten wurde heute in Dresden der Fachtag “Barriere? Frei!” eingeleitet. Ehrliche Worte, die zugleich verdeutlichten, dass der Weg zur Inklusion steinig und lang ist. Umso wichtiger, dass man ihn dennoch geht. “Man darf dabei nicht müde werden, manche Dinge einfach so oft zu wiederholen, bis sie in den Köpfen der Menschen ankommen” so Gisela Staupe, stellvertretende Direktorin des Deutschen Hygiene Museums, dem Austragungsort der Tagung. Das Hygiene Museum geht dabei mit gutem Beispiel voran und verfolgt seit der Ausstellung Der [im]perfekte Mensch (2001) einen konsequenten Weg zum Barriereabbau nicht nur im bautechnischen, sondern insbesondere auch im inhaltlichen Sinn.

Wie eine selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung speziell im Jugend- und Kulturbereich ermöglicht werden kann und wie Angebote und Institutionen konkret gestaltet werden sollten, damit jeder Mensch daran teilhaben kann? Dieser und ähnlichen Fragen widmeten sich rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtages, wobei sowohl praktische als auch politische Fragen thematisiert wurden.

Erstmalig wurde dabei auch der Konzeptpreis Barriere? frei! vergeben. Drei Konzepte wurden mit jeweils 4.000 Euro prämiert, die für die Umsetzung und Entwicklung konkreter Vorschläge vorgesehen sind.

Designabilities gratuliert den PreisträgerInnen und wünscht viel Erfolg bei der Projektrealisierung, die nicht zuletzt auch dies verdeutlichen sollen:

Teilhabe von behinderten Menschen zu realisieren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Klug umgesetzt, kann Inklusion dabei auch Möglichkeiten bieten, neue Zielgruppen zu adressieren. Barrierefreiheit ist demnach kein Nieschenthema, das sich einzig auf den Aspekt Behinderung reduzieren lässt, zumal auch andere Nutzergruppen davon profitieren können, z.B. ältere Menschen, Familien mit Kindern oder Menschen mit Migrationshintergrund.

Dass man auf Tagungen wie diesen mitunter auch vor oft gehörten Schlagbegriffen und Allgemeinplätzen nicht gefeit ist, scheint in der Natur der Sache zu liegen, wie Staupe ja zu Beginn bereits erwähnte. Leistet man ihrem Wiederholungsgebot Folge, so darf man vielleicht schon gespannt sein auf den 2. Fachtag “Barriere? Frei!”. Wir wären vielleicht noch mal dabei.

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Kollisionen

Was passiert, wenn Mode und Architektur kollidieren, Design beim Tanz aufschlägt oder Gesellschafts- und Wirtschafts- mit Visueller Kommunikation zusammenstößt? Was, wenn Textil- auf Textgestaltung trifft, Performance die urbane Raumplanung befragt oder Kulturtheorie durch bildende Kunst und Musik herausgefordert wird? In erster Linie entsteht etwas Neues und Drittes. Das ist die Idee der UdK-Kollisionen – keine Reparatur von Unfallschäden, sondern Provokation von Unordnung, Irritation und wechselseitiger Infektion. Und so funktionierts: 2 Profs/Dozenten aus unterschiedlichen Disziplinen entwickeln ein gemeinsames Thema und Format für die Kollision der UdK-Studenten in der ersten Woche des Jahres und verursachen Unordnung im eigenen Hause

Stühle verrücken und Plätze tauschen – darum geht es. In ungeordneter und ungehorsamer Weise entstehen neue Verbindungen. Bisherige Erfahrungen und Ergebnisse haben gezeigt: Die Teilnehmer brauchen dazu kein „Assessment Center für Kreativität“ – sie müssen sich viel eher in die Kollision „geraten“ lassen.

Wir berichteten bereits des öfteren über unseren diesjährigen Beitrag zur Campus Kollision in Form des Projektes F L U G M U S I K (Leitung: Tilmann Dehnhard/Jazzinstitut und Tom Bieling/DesignResearchLab), in dem Studierende aus verschiedenen Fachbereichen der Berliner Universität der Künste (UdK) eine Woche lang zusammen an fliegenden Klangobjekten und klingenden Flugobjekten arbeiteten. Objekte, die schweben, gleiten, geworfen oder katapultiert werden konnten. Objekte, die klingen, singen, knattern und flüstern konnten. Alles unter einer einzigen Grundbedingung: kein Strom, kein Schwarzpulver.

Einige Impressionen aus diesem und anderen spannenden Kollisionsprojekten sind nun in einem pfiffigen, kurzen Trailer (s.o.!) zu sehen.

 

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Communication Design for Alzheimer’s Disease – Understanding and facilitating interactions through Communication Design

After we met Rita at Sheffield Halam last summer, we just stumbled over her project again, in which she explores different ways in which communication design can be applied to the context of Alzheimer’s disease. The project focuses mainly on raising awareness and understanding of the disease as well as facilitating interaction between people with Alzheimer’s disease and their carers and families. Further information can be found on her project website!

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Lebenswert – ein Magazin über Menschen mit Behinderung

Inklusion, Teilhabe, Gleichstellung. Bei kaum einem anderen Thema herrscht vergleichbar große emotionale Lethargie wie im Umgang mit Behinderung. Was darf man sagen, wohin darf man schauen, wann darf man lachen? Immer neue Regeln erschöpfen einen eigentlich spannenden Diskurs.

In medialen Inszenierungen begegnen uns Menschen mit Behinderungen häufig als bemitleidenswerte Freaks, an den Rollstuhl »gefesselte« »Opfer« oder bestenfalls als »Helden«, die »trotz« ihrer Behinderung ein ganz »normales« Leben führen. Informationen und Geschichten, die den Menschen in seinem Facettenreichtum abbilden, haben eher Seltenheitswert. Was soll man schon über Behinderte schreiben, wenn nicht über ihre Behinderung?

Wie man’s machen kann, zeigt uns nun Katharina Mottyll, die im Zuge ihrer Bachelorarbeit das Magazin »Lebenswert« entwickelt hat, von dem heute ein druckfrisches, 142 Seiten starkes Exemplar bei uns eintraf und in dem auch ein Porträt über Tom Bieling und die Arbeit seines Teams zu lesen ist.

»Lebenswert« berichtet über Menschen mit Behinderungen, stellt die Behinderung jedoch nicht zwingend in den Vordergrund. Es geht um Geschichten, um Menschen und Erfahrungen. Ernsthafte, informative und humorvolle Artikel und Bilderstrecken stellen sich hier als erfreulich unverkrampfte Herangehensweise an das Thema Inklusion und Behinderungen dar.

Fazit: »Lebenswert« = lesenswert!

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Fingerreader – Wearable Interface to support reading

The Fluid Interfaces Group at MIT Media Lab is currently working on the “FingerReader”, a wearable device that can scan an read out loud printed texts. Like in the earlier mentioned “Eye Ring Project”, it could be worn like a ring, e.g. on the index finger. When pointing towards a written text, words and layout can be analysed and the ring give feedback to the reader, by using a computer voice reading out the scanned text, and by haptic vibrations that shall guide the reader along the reading line. This might not only be interesting for visually impaired people, but, as the group says, also be a tool for language translation. Here is a short video:

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Three new movies about Blindness

Three Films at this year’s Berlinale focused on the challenge of making the Not-Seeing become visible.

The brasilian movie “The way he looks”:

The norwegian movie “Blind”:

And the chinese Movie “Blind Massage”:

A german article about all three can be read in the Tagesspiegel.

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