Wessen Wissen?

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Das Graduiertenkolleg “Das Wissen der Künste” der UdK Berlin lädt zur Jahrestagung über die Wissenspolitiken der Künste und deren Erkenntnisansprüche. Dem diesjährigen Motto ‘Wessen Wissen?’ sind dabei folgende Leitfragen vorangestellt:

“Welche Positionen beanspruchen die Künste im umkämpften Machtfeld des Wissens? Wie greifen sie in die Aufteilungen des Epistemischen ein? Lässt sich ein Wissen der Künste als situiertes Wissen begreifen, insofern es anfechtbare, partikulare und parteiliche Perspektiven einnimmt? Welche Akteur_innen und Institutionen haben einen privilegierten Zugriff auf Wissen in der Kunst? Welche Positionen im Feld der Kunst neigen dazu, ihre Situiertheit zu leugnen?

Dies wirft freilich auch die Frage nach den “Akteur/innen, den Körpern, Materialien und Technologien auf, die in künstlerischen Produktions- und Wissensprozessen miteinander interagieren. Diese lassen sich als Übersetzungen und Transformationen beschreiben, in denen Künstler/innen längst nicht mehr die einzigen Subjekte des Wissens sind. Denn in den künstlerischen Praktiken des Entwerfens, Skizzierens, Improvisierens, Modellierens, Probens und Experimentierens entfalten Medien und Materialien ihre je eigene agentielle Kraft. Und doch hat die Wissens- und Wissenschaftsgeschichte in ihren Herausarbeitungen der Situiertheit und Historizität der Wissenschaften die Künste bislang wenig berücksichtigt. Was also können diese epistemologischen Überlegungen für die Künste bedeuten, oder weiter gefragt:

Wie lässt sich über Kunst nachdenken, wenn ihre Produktion als epistemische Praxis aufgefasst wird? Wie greifen künstlerische Subjektivität, spezifische Materialien, Technik und Settings bei künstlerischen Produktionsprozessen ineinander? Haben die Künste aufgrund ihrer Aufmerksamkeit für visuelle, auditive und materiale Prozesse das Vermögen, die impliziten medialen Bedingungen von Wissensgenerierungen zu explizieren? Auf welche Weise bauen Künste neue Wissensordnungen auf, die z.B. als Gegenarchive andere Formen des Zugangs und der Teilhabe ermöglichen, mithin andere Wissensbestände erzeugen?”

Die Tagung finde vom 21. bis 23. Juli in der Alten TU-Mensa, Hardenbergstraße 34–35, 10623 Berlin statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Voranmeldungen sind nicht notwendig.

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Komplettes Programm (PDF) downloaden!

Programm

Donnerstag, 21. Juli 2016

14:00 Empfang

14:30–15:00
Begrüßung durch die Vize-Präsidentin der UdK Prof. Dr. Ulrike Hentschel und die Sprecherin des Graduiertenkollegs Prof. Dr. Barbara Gronau

Einführung

15:00–16:00
Astrid Deuber-Mankowsky
Zwischen Apokalypse und Sympoiesis. Neue Materialismen und Situiertes Wissen
Respondenz: Constance Krüger

16:00–17:00
Helmut Draxler
Das Wissen der Spaltung
Respondenz: Susanne Hauser

17:00–17:30
Pause

17:30–19:00
Arbeitsgespräch mit Merle Kröger und Philip Scheffner über filmische und erzählerische Räume
Migration und die Frage der Perspektive
Moderation: Kathrin Peters

ab 19:00
UdK-Rundgang und Gartenfest
UdK-Hauptgebäude, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin

Freitag, 22. Juli 2016

10:30–11:30

Sabine Ammon
Denken mit B6 (und Skizzenpapier). Reflexionsmilieus und zeichnerisches Schlussfolgern in Architektur und Produktentwicklung
Respondenz: Ralf Liptau, Robert Patz

11:30–12:30
Knut Ebeling
Das überwucherte Monument. Zu David Claerbouts Olympia-Projekt
Respondenz: Dennis Pohl

12:30–14:00
Mittagspause

14:00–15:00
Arbeitsgespräch mit Sebastian Döring und Jan-Peter E. R. Sonntag
Hardware-Anatomien an der Schnittstelle von Wissen(schaft), Medienkunst und Bastelei
Moderation: Christina Dörfling

15:00–16:00
Ute Holl
Hybride Körper: das Tonstudio als Laboratorium
Respondenz: Felix Laubscher

16:00–16:30
Pause

16:30–17:30
Katja Eydel
Engagement für Darstellungen oder das Wie des Sehens
Moderation: Renate Wöhrer

17:30–18:30
Bonaventure Soh Bejeng Ndikung
Notes on Epistemic Disobedience
Moderation: Barbara Gronau

ab 21:00
An evening with the Society for Nontrivial Pursuits Live Image, Moving Sound
Audiovisuelles Konzert der Klassen GenComp von Alberto de Campo und Bewegtbild von Anna Anders
Medienhaus, Grunewaldstraße 2–5, 10823 Berlin

Samstag, 23. Juli 2016

10:30–12:30
Simone Dede Ayivi
Performing Black – Strategien der (Selbst-)Dekolonisierung im Theater
Moderation: Lisa Großmann

Podiumsgespräch mit Simone Dede Ayivi, Therese Kaufmann und Azadeh Sharifi
Situiertes Wissen in der Kulturproduktion
Moderation: Ildikó Szántó, Ina Driemel

12:30–13:30
Mittagspause

13:30–14:30
Stephan Trinkaus
“Into the Chthulucene” – Fiktion, Wissen, Materialität
Respondenz: Georg Dickmann

14:30–15:30
Michaela Melián
Electric Ladyland
Moderation: Kathrin Busch

15:30–15:45
Pause

15:45–16:45
Simon Sheikh
Situating Curatorial Knowledge and Power
Respondenz: Judith Siegmund

16:45–17:00
Schlusskommentar

via Graduiertenkolleg “Das Wissen der Künste”

About designabilities

http://www.design-research-lab.org/team/tom-bieling/
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