Protest, Widerstand und Arbeitskämpfe von 1848 bis 1990

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Seit Beginn der Industrialisierung prägen Kämpfe um Produktion, Reproduktion und Teilhabe den Alltag von Arbeiterinnen und Arbeitern. Von den Protesten gegen Hunger der 1910er Jahre, über das Engagement für bezahlbaren Wohnraum Anfang der 1930er Jahre, bis hin zu den Streiks deutscher und migrantischer Arbeiterinnen und Arbeiter ab den 1970er Jahren ergibt sich ein breites Spektrum an Aktionsformen, sowie ohnehin eine große Bandbreite an politischen Motivationen, Forderungen, Handlungen und Utopien.

Das Erbe dieser Kämpfe wurde heute (am 6.12.14) im Rahmen einer Tagung im Berliner August-Bebel-Institut reflektiert, zu der Historiker/innen, Forschende und  Politiker/innen ebenso wie Aktivist/innen und Interessierte zusammenkamen.

Unterteilt in drei Themenblöcke (“Protest im Untergrund und öffentlichen Raum”, “Arbeitskämpfe und der Betrieb als Ort des Protest”, “Kämpfe um Reproduktion und Frieden”) ergab sich über den Tag verteilt ein historischer Umriss protestbezogener Zeit- und Raumachsen im deutschsprachigen Raum, speziell: Berlin und Brandenburg.

So sprach der Historiker Ottokar Luban über die Antikriegsagitation der Spartakusgruppe (1916–1918). Bernd Gehrke (ehem. Vertreter der Vereinigten Linken am Zentralen Runden Tisch 1989/90) durchleuchtete die Demokratische Revolution und den betrieblichen Aufbruch in der DDR. Über wohnraumbezogene Formen von Protest und Selbsthilfe in Berliner Arbeitervierteln während der Großen Depression 1931–1933 (»Erst das Essen, dann die Miete!«) berichtete Simon Lengemann. Erweitert wurde das Themenspektrum mit Beiträgen über die »Moabiter Unruhen« von 1910 (Holger Czitrich-Stahl), Begebenheiten an der Heimatfront (Henning Holsten) bis hin zu den Kämpfen koreanischer Krankenschwestern um Arbeit und Aufenthalt in den 1970er Jahren (Sina Schindler).

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“Vorwärts und nicht vergessen…”

Abgerundet wurde der Tag mit der Finissage zur Ausstellung »Vom K.G.B. zum V.B.K. – eine Spurensuche in Lichtenberg und Wedding«, in der es um Konsumgenossenschaften, ihre wirtschaftliche Macht, sowie letztlich deren politische Zerschlagung ging.

In großformatigen Fotografien der Künstlerin Julia Lazarus wurden Spuren des vergangenen genossenschaftlichen Lebens und Konsumierens in den Bezirken Wedding und Lichtenberg gezeigt, die von der Gegenwart überlagert werden.

Im wahrsten Wortsinn zum Ausklang brachte den Abend eine gemeinsame Sing-Runde der Teilnehmenden mit Liedern aus der Arbeiterbewegung. Begleitet an der Gitarre von Stadtrat Michael Karnetzki.

Tom Bieling, Dezember 2014

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