Gutes Design – Martin Kelm und die Designförderung in der DDR

Nicht erst seit unserem Besuch der Rudolf Horn Ausstellung im Leipziger Grassi Museum (August 2014) berichtet DESIGNABILITES in unreglmäßigen Abständen über Design und Designer in der DDR. Mit “Gutes Design” haben nun Christian und Sylvia Wölfel gemeinsam mit Jens Krzy­win­ski ein Buch über die institutionelle Designförderung in der DDR veröffentlicht. Und beleuchten darin speziell die Rolle und das Wirken Martin Kelms, dem langjährigen Leiter des Amtes für industrielle Formgestaltung (AiF), der einstmaligen staatlichen Behörde für Planung, Leitung und Überwachung der industriellen Formgestaltung in der DDR.

Klappentext:
In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat sich das Inter­esse an ost­deut­schem Design und ost­deut­schen Desi­gnern spür­bar erhöht. Doch die Geschichte der zen­tra­len Desi­gnför­der­in­sti­tu­tion in der DDR, des Amtes für indus­tri­elle Form­ge­stal­tung (AIF) und sei­nes lang­jäh­ri­gen Lei­ters Mar­tin Kelm blieb trotz aller Forschungs-, Publi­ka­ti­ons– und Aus­stel­lungs­vor­ha­ben merk­wür­dig unter­be­lich­tet. Die­ser Band möchte daher mit Mar­tin Kelm einen Prot­ago­nis­ten des ost­deut­schen Indus­trie­de­signs zum Spre­chen brin­gen, des­sen Bio­gra­fie als Indus­trie­de­si­gner, SED-Mitglied und Staats­se­kre­tär untrenn­bar mit der Ent­wick­lung der ost­deut­schen Desi­gn­land­schaft ver­wo­ben war. In einem auto­bio­gra­fi­schen Text zeich­net er wesent­li­che Sta­tio­nen sei­nes per­sön­li­chen und pro­fes­sio­nel­len Wer­de­gangs nach und gibt damit einen Ein­blick in die For­mie­rung sei­nes Desi­gn­ver­ständ­nis­ses, das auf­grund der zen­tra­len Posi­tion Kelms für das ost­deut­sche Design als prä­gend zu bezeich­nen ist: Gestal­tung in und für die Indus­trie. Wei­tere Bei­träge von Indus­trie­de­si­gnern aus der DDR und der Bun­des­re­pu­blik, von His­to­ri­kern und Desi­gnwis­sen­schaft­lern zum Ver­hält­nis von frei­schaf­fen­den und ange­stell­ten Desi­gnern, zum Ein­fluss des AIF in Indus­trie­be­trie­ben und im Hoch­schul­be­reich, zum west-östlichen Aus­tausch oder zur sowje­ti­schen Per­spek­tive auf das AIF ergän­zen und ord­nen seine per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen ein. Dabei zeigt sich eine breite Viel­falt von sub­jek­ti­ven Erfah­run­gen und Hand­lungs­fel­dern im ost­deut­schen Indus­trie­de­sign, die neben uner­träg­li­chen Repres­sio­nen auch uner­war­tete Frei­heits­grade und Raum für eigen­sin­ni­ges Han­deln bereithielten.

Neben einem auto­bio­gra­fi­schen Text von Mar­tin Kelm ent­hält der Band Bei­träge von Peter Alt­mann, Peter Frank, Ulrich Kern, Win­fried Klemmt, Jens Krzy­win­ski, Rolf Roeder, Anne Sudrow, Mar­ga­reta Till­berg, Swen Stein­berg, Syl­via Wöl­fel, Chris­tian Wöl­fel und der Stif­tung Haus der Geschichte der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sowie Gesprä­che mit Karl-Heinz Schaar­schmidt, Bern­hard Sorg und Johan­nes Uhl­mann. Die Arti­kel und Inter­views wer­den ergänzt durch Kurz­bei­träge von Alex­an­der Hal­lasch, Ernst Jörg Krutt­schnitt, Christa Petroff-Bohne und Karl-Heinz Schaarschmidt.

»GUTES DESIGN — Martin Kelm und die Designförderung in der DDR«, her­aus­ge­ge­ben von Chris­tian Wöl­fel, Syl­via Wöl­fel und Jens Krzy­win­ski, 27 × 21 cm, 248 Sei­ten mit 209 Abbil­dun­gen. Erscheint bei The­lem Dres­den (ISBN 978–3-945363–11-9); 36,80 Euro.

About designabilities

http://www.design-research-lab.org/team/tom-bieling/
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