Zwischen Mensch und Maschine – Vom Glück und Unglück des Homo Faber

„Technisierungsprozesse sind dann problematisch …, wenn sie die Offenheit des Menschen nicht mehr befördern, sondern unterlaufen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die neurotechnologische Option als einzige Selbstentfaltungsmöglichkeit gesehen wird.“

Mit dem Buch “Zwischen Mensch und Maschine…” beschert des Philosophen Oliver Müller (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Freiburg) beschert uns der Suhrkamp Verlag (Edition Unseld) Aufschlussreiches zum Themenkomplex zwischen theoretischer Umdeutung und technischer Optimierung menschlicher Körper- und Lebenswelten.


[Suhrkamp, Edition Unseld, 2010; 214 Seiten; ISBN: 978-3-518-26029-6]

In seinem Essay geht Müller auf neueste technische Zugriffsmöglichkeiten auf das menschliche Gehirn ein, wobei er einen starken Fokus auf Formen der Selbstinstrumentalisierung, der Selbstverdinglichung und der Selbstcyborgisierung setzt, die in der technisch veränderten Wahrnehmung der eigenen Person und in der Selbstanpassung an die Perfektion technischer Prozesse liegen.

Der Herausgeber skizziert dies wie folgt: “Mit seiner Technik formt der Mensch schon längst nicht mehr nur die äußere Natur, sondern auch sich selbst. Neben der biotechnologischen Manipulation des Genoms sind es zunehmend Neurotechnologien, mit denen der Mensch sein eigenes Selbst verändert und gestaltet. Mit dem therapeutischen Erfolg dieser Technologien stehen neurotechnologische Umbaumaßnahmen von Körper und Geist am Horizont, die auf die »Optimierung« des Menschen angelegt sind […] Die Chiffre des Homo faber erfaßt das Unglück, das im Fortschrittsglück des Immer-Besser-Werdens liegt”.

In einem kürzlich geführten Interview mit Joerg auf dem Hoevel über chemo- und neurotechnologische Umbaumaßnahmen an Körper und Geist, beschreibt Müller, welche Auswirkungen derartige Technisierungsprozesse auf Selbstsein und Selbstverständnis haben können.

Link zum Interview.

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